Ein Gartenparadies aus Rosen

21.04.2017 • 17:00 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Kerstin Waibel kennt sich mit Rosen aus. Immerhin arbeitet sie im Familienbetrieb, der über 500 Rosenarten anbietet. Foto: VN/Paulitsch
Kerstin Waibel kennt sich mit Rosen aus. Immerhin arbeitet sie im Familienbetrieb, der über 500 Rosenarten anbietet. Foto: VN/Paulitsch

Die pflegeleichten, duftenden Blumen eignen sich sowohl für Garten als auch Balkon.

Mäder. (VN-jun) Sie stehen für Liebe, Glücksgefühle und Dankbarkeit. Rosen gibt es in allen möglichen Farben, Formen und Größen. Von Zwerg- und Bodendeckerrosen über Beetrosen bis hin zu Edel-, Strauch- und Kletterrosen. „Das Schöne ist, dass sie einem das ganze Jahr über Blüten schenken. Zudem sind die Blumen sehr pflegeleicht“, sagt Kerstin Waibel (28) von Rosen Waibel in Mäder. Mit über 500 Rosensorten zählt der Familienbetrieb zu den renommiertesten Rosenkultivationsbetrieben in Österreich. Um sich zu Hause ein Rosenparadies zu erschaffen, braucht es nicht einmal einen Garten. „Fast alle Sorten sind auch für Töpfe geeignet. Natürlich dürfen die nicht zu klein oder zu groß sein. Es muss passen“, informiert die Expertin. Anschließend geht es an die Standortsuche. Die meisten Rosen mögen es sonnig und luftig, ein paar Ausnahmen vertragen auch Schatten. „Vier bis fünf Stunden direkte Sonne am Tag sind für die Pflanzen wichtig, damit sie gesund bleiben und lange blühen.“

Tief in die Erde pflanzen

Neben dem passenden Standort sei ein guter Boden ausschlaggebend für eine schöne Blüte. Der Boden ist der Lebensraum der Rosen. Er muss durchlässig und nährstoffreich sein. „Auf keinen Fall trocken, nass oder lehmig. Rosen vertragen keine Staunässe“, warnt Waibel. Für einen guten Boden kann bei jeder Pflanzung ein Bodenaktivator hinzugegeben werden. Das organische Material trägt dazu bei, dass die Mikroorganismen den Boden auflockern und die Rosen besser wurzeln können.

Um die Blumen einzupflanzen, wird zuerst ein Loch ausgegraben. Idealerweise zwei Mal so groß wie der Ballen der Pflanze, der nicht aufgelockert werden muss. „Ganz wichtig ist, dass man die Rosen tiefer setzt. Die Veredelungsstelle, das ist die dicke Stelle, wo alle Triebe herauskommen, muss mindestens fünf Zentimeter unter der Erde sein“, betont Waibel. „Viele Leute verwechseln das mit Obstbäumen, da ist die Veredelungsstelle über der Erde.“ In Sachen Pflege rät die Expertin zu einem organischen Rosendünger. Dieser sollte drei bis vier Mal pro Jahr verwendet werden.

Sind die Rosen einmal eingepflanzt, ist die Pflege einfach. Der jährliche Rückschnitt wird im Frühjahr gemacht, sobald die ersten Forsythien blühen. Je nach Endhöhe der Rosensorte gibt es verschiedene Schnitthöhen. „Man darf nicht zimperlich sein. Der Schnitt provoziert Wachstum, dadurch wird die Pflanze stärker“, erklärt Waibel. „Alles, was kaputt, verletzt oder abgebrochen ist, kommt komplett weg. Alles, was dünner als ein Bleistift ist, wird bodeneben abgeschnitten.“ Wichtig sei auch, von unten auszuschneiden, damit neue Triebe nachkommen und die Rose dort nicht kahl bleibt.

Um Schädlingen vorzubeugen rät die Gärtnerin zu einer Austriebsspritzung im Frühjahr. Ab Mai sorgen die Rosen dann für eine reiche Blütenpracht im Garten und duften angenehm. Im Sommer sollten lediglich die verblühten Teile abgeschnitten werden, damit neue Blüten nachkommen können. Im Herbst genügt es, lange Triebe abzuschneiden, damit der Schnee im Winter die Pflanze nicht umknickt. „Für die Winterausreifung kann man Rosen noch einen speziellen Dünger namens Patentkali gegeben. So werden sie auf den Winter vorbereitet und produzieren vorerst keine neuen Triebe mehr“, sagt Waibel.

So überwintern Rosen

Da Rosen frosthart sind, rät sie davon ab, die gesamte Pflanze über den Winter einzupacken. Besser sei es, nur die Veredelungsstelle oberhalb der Krone mit Vlies zu umwickeln, da das die empfindlichste Stelle ist, an der die Triebe rauskommen. Rosen, die in Töpfe gepflanzt wurden, sollten im Winter unter ein Dach gestellt und zur Hauswand gezogen werden. Zudem sollte man den Topf höher stellen, damit das Wasser abrinnt und nicht gefriert. „Rosen im Topf sollte man auch ein bis zwei Mal pro Monat gießen, sonst vertrocknen sie über den Winter.“

Wichtig ist, dass man die Rosen tiefer in die Erde setzt.

Kerstin Waibel

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