Kraftakte und Videobilanzen

Vorarlberg / 21.04.2017 • 16:58 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Klaus Bitsche, Gegenkandidat Norbert Loackers als ÖGB-Chef. VN
Klaus Bitsche, Gegenkandidat Norbert Loackers als ÖGB-Chef. VN

Verstimmung. Im ÖGB-Vorarlberg gehen hinter den Kulissen offenbar die Wogen hoch. Der Grund: Langzeitvorsitzender Norbert Loacker (64) plant, beim ÖGB-Landestag am 16. Mai nochmals zur Wahl anzutreten. Einen Strich durch die Rechnung dürfte ihm Klaus Bitsche (57), Betriebsratschef der Vorarlberger Kraftwerke (VKW), machen. Der umtriebige Christgewerkschafter (FCG) soll nämlich als Gegenkandidat bereits eine Mehrheit der Delegierten hinter sich haben. Seit dies in der Fraktion der Sozialdemokratischen Gewerkschafter (FSG) Loackers die Runde macht, sollen diese alle Hebel in Bewegung setzen, um Bitsche auszubremsen. Während große Gewerkschaften nach den fraktionellen Kräfteverhältnissen und den ÖGB-Statuten entsprechend nominiert haben, sollen zwei kleine FSG-dominierte Fachgewerkschaften versuchen, als Delegierte ausschließlich rote Parteigänger zu nominieren. So soll es im Bereich Bau-Holz jetzt nur noch rote Mitglieder geben. Aus Sicht der FCG handelt sich dabei um einen Taschenspielertrick, der bereits bei früheren Wahlen zu Verstimmungen führte. Diesmal solle aber das statutenwidrige Vorgehen der FSG nicht ohne Folgen bleiben: Bitsche droht damit, alle rechtlichen Mittel gegen diesen undemokratischen Kraftakt ausschöpfen zu wollen.


Auf die Palme. Dass sich der Dornbirner Stadtrat Gebhard Greber (61, SP) für die Fußballer einsetzt, ist an und für sich nichts Neues. Erst vor wenigen Tagen warf er der Stadtführung vor, die Kicker im Regen stehen zu lassen, indem notwendige bauliche Verbesserungen auf diversen Fußballplätzen verschleppt würden. Die Kritik des roten Fußballfans an der Stadt verfolgen die Eishockey-Cracks mit gemischten Gefühlen, auch sie hätten gerne einen prominenten Fürsprecher im Rathaus. Jetzt ist sogar schon die Rede davon, dass die verschiedenen Sportvereine, von denen es in Dornbirn mehr als 100 gibt, bewusst gegeneinander ausgespielt werden. Dies bringt Stadtchefin Andrea Kaufmann (47, VP) auf die Palme. Sie erinnert den Eishockeyclub Dornbirn daran, dass die Stadt um 80.000 Euro pro Jahr die Messehalle exklusiv für die Bulldogs anmietet.

Nicht nur Lob. Zweieinhalb Jahre sind ins Land gezogen, seit LH Markus Wallner (49, VP) Johannes Rauch (57, Grüne) und Katharina Wiesflecker (53, Grüne) ins Regierungsboot geholt und damit eine schwarz-grüne Landesregierung aus der Taufe gehoben hat. Während die Halbzeitbilanz am Montag offiziell mit einer gemeinsamen Pressekonferenz von Schwarz-Grün präsentiert wird, zelebrieren die Grünen längst ihre Bilanz als Junior-Regierungspartner. Sowohl auf Social-Media-Kanälen als auch mit einer Plakatserie wird mit dem Slogan „Unser Vorarlberg kann mehr“ Eigenwerbung betrieben, was das Zeug hält. Während die einen durchaus Lob für die Aktion aufbringen, fragen sich Kritiker, ob eine Halbzeitbilanz mit Plakatsprüchen und Videos überhaupt an die Wählerschaft gebracht werden kann.

Zitate der Woche

Wir haben erlebt, dass mit diesem Tag de facto die EU-Beitrittsperspektive begraben worden ist.

Christian Kern, SP, Kanzler,
zum Referendum der Türkei

Ich will, dass Niederösterreich das schnellste Bundesland wird.

Johanna Mikl-Leitner, VP,
Landeshauptfrau

Als Unternehmer muss man zuversichtlich sein, sonst hat man den Job verfehlt.

Christoph Leitl, VP, WK-Chef

Die Herausforderung liegt im Spagat zwischen Zugänglichkeit für viele und einer theoretischen Tiefe.

Verena Konrad, Biennale-
Chefin, im VN-Gespräch