Pläne für Stadthotel „das Tschofen“ treffen Bludenzer mitten ins Herz

Vorarlberg / 21.04.2017 • 17:58 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Mit großem Engagement und viel Herzblut geht Unternehmer Sandro Preite das Projekt „Stadthotel“ in Bludenz an. Foto: VN/js
Mit großem Engagement und viel Herzblut geht Unternehmer Sandro Preite das Projekt „Stadthotel“ in Bludenz an. Foto: VN/js

24 Betten und Restaurantbereich mit Bar inmitten der Bludenzer Altstadt geplant.

Bludenz. Die Gerüchteküche brodelt schon länger. Seit gut einem halben Jahr wird hinter vorgehaltener Hand, aber auch ganz offen über die Pläne für ein Hotel samt Restaurant inmitten der Bludenzer Altstadt spekuliert. Nach Monaten der Zurückhaltung bricht Unternehmer Sandro Preite auf Anfrage der VN nun erstmals sein Schweigen und äußert sich offiziell zum geplanten Bauvorhaben.

„Ein Haus für alle“

„Es soll ein Haus auch für die Bludenzer werden“, schickt der gebürtige Bludenzer voraus, dass sich das als „Tschofenhaus“ bekannte Objekt am Nepomukplatz seinen Vorstellungen zufolge als beliebter Treffpunkt für alle, Einheimische wie Gäste, etablieren soll. Auf dem Rundgang durch die leergeräumten Räumlichkeiten wird schnell klar, mit welcher Leidenschaft der Unternehmer an das Projekt „Stadthotel“ herangeht.

Längere Suche

Seinen Anfang nahm dieses im Februar 2016, als das Haus zum Verkauf ausgeschrieben war. Die Sanierung von alten, ehrwürdigen Gebäuden war für Preite schon immer eine große Leidenschaft, und er war länger auf der Suche nach einem Objekt wie diesem. So nahm er Kontakt zu den Besitzern auf. „Dass das Haus prädestiniert für einen Gastronomiebetrieb ist, war mir von Anfang an klar. In Gesprächen mit Architekten und dem Stadtmarketing Bludenz entwickelte sich schließlich die Idee eines Hotelprojektes“, so der Bürser Unternehmer mit Bludenzer Wurzeln.

„Das Haus ist ein Juwel“, kommt der gelernte Stuckateurmeister beim Gang durch die alten Gewölbe und beim Betrachten der historischen Stuck- und Holzkassettendecken ins Schwärmen. „Mit Ausnahme des Abbruchs der ehemaligen Treppe und dem Aufbau eines neuen Stiegenhauses sind kaum statische Eingriffe in die bestehende Bausubstanz vorgesehen“, so Preite.

Bei der Planung durch Ursula und Marcus Ender vom Atelier Ender wird großes Augenmerk auf eine moderate Adaption des komplett denkmalgeschützten Gebäudes gelegt. „Wir haben früh genug alle Amtssachverständigen beigezogen und in Absprache mit dem Denkmalamt geplant. Weder das Denkmalamt noch eine andere Behörde waren bisher eine Hürde“, so der 42-Jährige. „Bei der Entwicklung unseres Projektes wurden wir vonseiten des Rathauses bestens unterstützt. Sowohl Bürgermeister Mandi Katzenmayer als auch der Stadtrat für Betriebsansiedelungen, Vizebürgermeister Mario Leiter, haben von Anfang für dieses einzigartige Impulsprojekt gebrannt“, erklärt Preite.

Wellness unter dem Dach

Geplant ist die Umgestaltung des Hauses in ein klassisches Stadthotel mit Viersternestandard. Dafür will der Unternehmer rund 2,7 Millionen Euro in die Hand nehmen. Im Erdgeschoß ist ein Restaurant mit rund 70 Sitzplätzen samt einer Bar vorgesehen. Die zwölf Hotelzimmer verteilen sich auf die ersten drei Obergeschoße, während im Dachgeschoß ein kleiner Wellnessbereich entstehen soll. Drei neue Gauben, ein kleiner Balkon sowie eine Glasfront in der Sauna sollen den Blick auf die umliegende Bergwelt ermöglichen. Im eindrucksvollen Kellergewölbe sollen WC-Anlagen sowie ein Weinkeller untergebracht werden. „Das Haus wird künftig als Ganzes bewirtschaftet. Es gab bereits mehrere Gespräche mit potenziellen Betreibern“, sagt Preite, der aber einräumt, dass man zunächst auf den rechtskräftigen Baubescheid warten wolle, ehe man die Gespräche in diese Richtung intensiviere.

Stadt begrüßt Engagement

Seitens der Stadt begrüßt man das Engagement des Bürser Unternehmers. „Das Stadthotelprojekt von Sandro Preite ist aus Sicht der Stadt Bludenz ganz einfach nur zu begrüßen“, sagt Bürgermeister Mandi Katzenmayer. „Wenn wir uns für unsere Innenstadt etwas wünschen dürften, würden wir alle Gasthaus und Hotel ganz oben auf die Wunschzettel schreiben. ‚Das Tschofen‘ erfüllt das zu 100 Prozent. Hut ab und Danke für den unternehmerischen Mut, so ein Vorhaben anzugehen“, so der Bludenzer Stadtchef, der abschließend hinzufügt: „Ich hoffe, dass im laufenden Bau- und Genehmigungsverfahren auch alle Anrainer Einsicht zeigen und das Projekt nicht unnötig verzögern.“

Das Haus ist ein Juwel. Wir gehen mit sehr viel Demut damit um.

Sandro Preite

,,das Tschofen“

Hotel – Restaurant – Cafe

» Projektbetreiber: Sandro Preite

» 12 Hotelzimmer, 24 Betten

» Wellnessbereich im Dachgeschoß

» Restaurant mit ca. 70 Sitzplätzen samt Bar im Erdgeschoß

» Gastgarten mit ca. 54 Sitzplätzen

» Planung: Atelier Ender, Nüziders

» Investitionskosten:
2,7 Millionen Euro