Schule braucht Veränderung

Vorarlberg / 21.04.2017 • 17:00 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Margret Rasfeld hat klare Vorstellungen von Schule. Foto: KH
Margret Rasfeld hat klare Vorstellungen von Schule. Foto: KH

Das derzeitige System produziert laut Margret Rasfeld nur Pflichterfüller.

bregenz. (VN-mm) Auf den Anfang kommt es an. So weit, so gut. Doch wie soll dieser Anfang aussehen? Auf jeden Fall nicht, wie er derzeit praktiziert wird, mit Frontalunterricht, Noten und Leistungsdruck. „Das jetzige Schulsystem macht Kinder zu Pflichterfüllern“, mahnte Margret Rasfeld im Rahmen der gestrigen Landtagsenquete zum Thema gelingende Volksschule. Doch Pflichterfüller sind nicht das, was die Menschheit in den kommenden Jahren am nötigsten hat. Im Gegenteil. „Für eine friedliche und gerechte Gesellschaft braucht es Kinder, die mutig sind und keine Angst vor Veränderung haben“, erklärte Rasfeld. Es sei auch Aufgabe der Schule, die Kinder auf Veränderungen vorzubereiten. „Wenn sich aber die Schule nicht verändert, finden auch Kinder kein Vertrauen in Veränderungen“, machte sie deutlich.

Begleiten statt lehren

Margret Rasfeld gründete 2007 eine Privatschule, die inzwischen mehrfach ausgezeichnet wurde, und initiierte die Bewegung „Schule im Aufbruch“, die auch in Österreich bereits umgeht. Ihr Anliegen: Kinder sollen gute Lernerfahrungen machen. Ob sie in der ersten oder zweiten Klasse das Lesen lernen, sei zweitrangig: „Denn Kinder machen Lernsprünge.“ Die Haltung der Lehrpersonen bezeichnete die Pädagogin ebenfalls als „total wichtig“. Sie meint sogar, dass es an der Zeit ist, neue Begrifflichkeiten zu schaffen. Es soll kein Lehren, sondern ein Begleiten der Kinder sein. Ihnen mit Würde und auf Augenhöhe zu begegnen, macht auch einen guten Anfang aus. Schule allein könne sich aber nicht verändern. „Da müssen schon alle mitmachen“, lautete ihr Appell.