Mehr Natur im Garten

23.04.2017 • 17:57 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Martina Gächter freut sich sichtlich über die Plakette vom Verein „faktor Natur“. Foto: Paulitsch
Martina Gächter freut sich sichtlich über die Plakette vom Verein „faktor Natur“. Foto: Paulitsch

Martina Gächter erhielt eine Auszeichnung für ihren ökologisch gestalteten Garten.

Hörbranz. (VN-jen) Die Landschaft in Hörbranz, die das Haus von Martina Gächter umgibt, ist idyllisch. Nur eine kleine Schotterstraße führt zum Haus, sonst liegt es inmitten sattgrüner Wiesen, auf denen der Löwenzahn in voller Blüte steht. Natur ist der 39-Jährigen wichtig, besonders im eigenen Garten. Vergangenen Dienstag bekam die gebürtige Altacherin vom Verein „faktor Natur“ eine Plakette verliehen, die ihre ökologisch angebauten Gartenbeete auszeichnet.

Brennnessel und Giersch

Die Liebe zum Gärtnern bekam sie von ihrer Mutter vermittelt. „Meine Mutter kochte viel mit Wildkräutern und eigenem Gemüse und hat Blütenessenzen hergestellt“, erinnert sie sich. Den Traum vom eigenen Garten konnte Gächter sich aber lange Zeit nicht erfüllen, denn nach dem Abschluss des Borg Götzis zog es sie nach Innsbruck, um Rechtswissenschaften zu studieren. „Als Studentin hatte ich nicht die Zeit und auch nicht den Platz, um einen Garten anzulegen“, sagt Gächter. Im Praxisjahr, nach Ende des Studiums, merkte sie schnell, dass sie diesen Beruf nicht ihr Leben lang ausüben wollte. Sie absolvierte eine Jin-Shin-Jyutsu-Ausbildung, in welcher man die Grundsätze des Strömens lernt, und ist seitdem im energetischen Gewerbe tätig.

2013 zog Martina Gächter schließlich zu ihrem Lebensgefährten nach Hörbranz. „Als ich zum ersten Mal die Auffahrt zum Haus entlangfuhr, machte es klick“, erzählt sie. „Ich habe sofort gemerkt, dass ich hier zu Hause bin.“ Besonders die Natur, die Wildkräuter und Pflanzen, die rund ums Haus wachsen, faszinierten sie. Auch in ihrem Garten setzt Martina Gächter auf Pflanzen, die aus der Region kommen. „Ich verarbeite am liebsten Kräuter, die hier schon immer gewachsen sind“, erklärt sie. „Brennnessel und Giersch, das klassische ‚Unkraut‘, sind nur zwei Beispiele für Gewächse, die hier überall gedeihen, aber leider sehr unterschätzt werden.“

Strenge Kriterien

Während klassische Gärtner Unkraut auszupfen, weil sie nichts damit anfangen können, freut sich Martina Gächter, wenn sie besonders viel davon im Garten hat. Doch nicht nur das unterscheidet sie von anderen Gartenbesitzern: Sie verzichtet auf die Verwendung von Pestiziden und Kunstdüngern und verwendet keine torfhaltige Erde. „Auch, ob genug Bienennahrung vorhanden ist, läuft in die Bewertung mit ein“, erklärt Gächter. Erfüllt ein Gärtner diese Kriterien, wird er vom Verein „faktor Natur“ ausgezeichnet. „Ich bin unglaublich stolz, endlich meine Plakette bekommen zu haben.“  

Gärtnerglück

Seit Martina Gächter vor zwei Jahren ihren Sohn bekommen hat, verbringt sie viel Zeit mit ihm im Garten. Ihr ist wichtig, dass er so früh wie möglich mit der Natur in Berührung kommt. Deshalb initiierte sie mit dem Verein „Waldkinder Hörbranz“ eine Waldspielgruppe für zwei- bis vierjährige Kinder, die im Herbst starten soll. Die Spielgruppe soll sich im Wald hinter dem Haus von Martina Gächter befinden. „Ich will meinem Sohn vermitteln, was es heißt, die Natur zu respektieren, und was sie uns zurückgeben kann“, erklärt sie.

„Im Frühling, wenn alles anfängt zu blühen und ich mir überlegen kann, was ich damit alles kochen und herstellen kann, freue ich mich immer wie ein kleines Kind“, sagt Martina Gächter und lacht. „Das bedeutet Gärtnerglück für mich.“

Ich habe sofort gemerkt, dass hier mein Zuhause ist.

Martina Gächter

Zur Person

Martina Gächter

bekam eine Auszeichnung für ihren ökologisch wertvollen Gartenanbau.

Geboren: 24. Dezember 1977 in Altach

Ausbildung: Studium der Rechtswissenschaften, Jin Shin Jyutsu

Familie: liiert, ein Sohn (2)