Slowenische Papiere beschäftigen Gericht

Vorarlberg / 23.04.2017 • 20:35 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Staatsanwaltschaft behauptet, Serbe hätte bewusst gefälschte Dokumente vorgelegt.

Feldkirch. Immer wieder landen diverse Urkundenfälschungen vor Gericht, meistens Führerscheine und Personalausweise. Manchmal ist offenkundig, was der Betreffende damit im Schilde führte, manchmal ist nicht ganz klar, wie Urkundenausstellungen in anderen Staaten funktionieren. Meistens jedenfalls nicht so, wie es Angeklagte beschreiben, denn auf Marktplätzen oder in dunklen Hintergassen wird man vermutlich nirgends legal Dokumente von Unbekannten kaufen können. Doch der Fall des einstigen serbischen Landwirts und späteren Lkw-Fahrers ist nicht so eindeutig, weshalb das Gericht zu einer Vertagung gezwungen war.

Polizei sagt „gefälscht“

Die Ermittler sind sicher – es handelt sich um eine Totalfälschung des slowenischen Personalausweises und Führerscheins. „Ich habe mich in einem Hotel in Slowenien aufgehalten, inzwischen wurden mir die Papiere ausgestellt“, sagt der Mann, der angeblich eine Doppelstaatsbürgerschaft besitzt, als Angeklagter am Landesgericht Feldkirch. Die „neuen“ Papiere legte der Mann an seiner Arbeitsstelle vor, bei der Meldebehörde, bei der Zulassungsstelle, bei der Sparkasse, bei der Krankenkasse und bei einer Verkehrskontrolle. „Mein Mandant war vielleicht naiv, aber er hatte keinen Vorsatz, damit etwas Unrechtes zu tun“, ist Verteidiger Stefan Harg überzeugt.

Nicht dumm

Harg erklärt, wie das Ganze überhaupt aufgeflogen war. Sein Mandant war Arbeiter in einem Vorarlberger Betrieb, als sich plötzlich die Möglichkeit bot, dort als Lkw-Fahrer zu arbeiten. „Er hatte die entsprechenden Kenntnisse und Befähigungsnachweise“, so der Anwalt. Niemand wäre so dumm und würde hierzu absichtlich falsche Papiere vorlegen. Der Arbeiter sei davon ausgegangen, sie wären echt, ist sich die Verteidigung sicher. Wegen weiterer Beweisanträge wurde der Prozess vertagt, dann wird man sehen, ob sich der bislang Unbescholtene etwas zu Schulden hat kommen lassen.