Windräder zwischen Gegenwind und Aufwind

23.04.2017 • 17:24 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Eine Fotomontage mit dem geplanten Windrad vom Pfänderturm aus betrachtet.  Foto: AEEV
Eine Fotomontage mit dem geplanten Windrad vom Pfänderturm aus betrachtet. Foto: AEEV

In Vorarlberg herrscht ebenso wie in Tirol und Salzburg derzeit Windkraft-Flaute.

Möggers, Eichenberg. (VN-ger) Per Ende 2016 drehten sich in Österreich laut IG Windkraft 1191 Windkraftanlagen mit einer Gesamtleistung von 2632 Megawatt Strom für rund 1,6 Millionen Haushalte. Die meisten Anlagen stehen in Niederösterreich (654), gefolgt vom Burgenland (416) und der Steiermark (81).

Das Land Vorarlberg hat die Windkraft zwar in die 101 enkeltauglichen Maßnahmen aufgenommen, bislang herrscht hierzulande allerdings gähnende Leere auf der Windkraft-Landkarte.

Der Wind stimmt

Das könnte sich in absehbarer Zeit ändern, zumindest wenn es nach der Arbeitsgemeinschaft Erneuerbare Energie Vorarlberg (AEEV) geht. Ein möglicher Standort wurde an der Gemeindegrenze Eichenberg-Möggers bereits gefunden. Auch beim Winderntepotenzial stehen die Zeichen auf Sturm im besten Sinne. Anfang 2013 wurde auf dem Pfänderturm in 80 Metern Höhe ein Windmessgerät installiert, außerdem wurde eine Kurzzeitmessung per Laser am geplanten Standort durchgeführt. „Die bisherigen Messungen haben ergeben, dass am Pfänder durchschnittliche Werte von sechs Metern pro Sekunde erreicht werden. Es sind somit Windleistungen vorzufinden wie bei den meisten Standorten im deutschen Binnenland“, erläutert AEEV-Projektleiter Franz Rüf. Laut einem in Auftrag gegebenen Gutachten konnten zudem keine negativen Auswirkungen auf die nahegelegene Quelle festgestellt werden. Der Haken: Grünes Licht für die Zufahrt über einen bestehenden Forstweg, der teilweise ausgebaut werden müsste, gibt es bis dato nicht. „Wir verhandeln derzeit mit den Grundeigentümern. Es ist alles offen“, sagt Rüf. Ebenfalls noch ausständig sind diverse Gutachten zu Themen wie Schall, Vogelzug („das geht ein bis zwei Jahre“), Wild oder Pflanzen. Und: Die Pläne stoßen nicht bei allen auf Gegenliebe. Die einen sorgen sich um das Landschaftsbild, die anderen um Lärm oder Infraschall und wieder andere um die Vögel und andere Wildtiere.

Die AEEV plant, zunächst ein Windrad am Pfänderrücken zu errichten und damit zwischen 1000 und 1200 der Haushalte (das entspricht rund 15 Prozent) im Leiblachtal mit Strom zu versorgen. Maximal möglich wären laut Rüf drei Anlagen. Doch wie würde der jeweils 5 bis 5,5 Millionen Euro teure alternative Stromproduzent überhaupt auf den Berg kommen?