Das grüne Herz des Hausgartens

24.04.2017 • 18:24 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
David Calzone hält das überflüssige Moos, das er mit seinem Vertikutierer aus dem Rasen geholt hat in den Händen. Foto: Steurer
David Calzone hält das überflüssige Moos, das er mit seinem Vertikutierer aus dem Rasen geholt hat in den Händen. Foto: Steurer

Rasenkrankheiten werden durch die Verwendung des richtigen Düngers vermieden.

sulz. (VN-jen) Ein gut gepflegter Rasen ist das Herzstück eines jeden Gartens. Grün und dicht bewachsen soll er sein, doch schon beim Anlegen können Gärtner viel falsch machen. David Calzone, der Geschäftsführer der Calzone Gartengestaltung in Sulz, weiß, dass schon die Beschaffenheit des Bodens darüber entscheidet, ob ein Rasen gut gedeihen kann oder nicht. „Der Boden sollte durchlässig sein und nicht zu lehmig. Bildet sich Staunässe, kann man den Boden entweder mittels Drainagen entwässern oder Sand in die Erde einarbeiten“, erklärt Calzone.

Erfüllt der Boden die Voraussetzungen, muss die passende Saatgutmischung ausgewählt werden. „Es gibt für jeden Bodentyp die entsprechende Mischung“, weiß der Experte. „Achtet man schon bei der Samenwahl auf die Beschaffenheit des Untergrundes, so hat man später weniger Arbeit mit dem Rasen.“

Einmal pro Woche mähen

Seit einigen Jahren produzieren Saatguthersteller spezielle Gräsermischungen für die Verwendung von Rasenrobotern. „Dieses Saatgut ist besonders schnittverträglich. Wer eine Neuanlage plant und einen Roboter verwenden will, ist mit einer solchen Mischung sehr gut beraten“, meint David Calzone. Ob automatisiert oder manuell: Generell sollte ein herkömmlicher Spiel- und Sportrasen einmal pro Woche gemäht werden.

Um den Rasen optimal zu pflegen, rät der Experte, ihn einmal im Jahr mit einem Vertikutierer zu bearbeiten. Dieses Gerät lockert den Rasen und zieht Mulch und Moos heraus. So soll die Belüftung des Bodens verbessert werden. „Viele Gärtner glauben, dass das Mähen mit einem Rasenroboter das Vertikutieren überflüssig macht. Das ist aber ein Irrtum. Das Mähen mit einem Roboter fördert die Moosbildung und macht das Vertikutieren noch notwendiger“, stellt David Calzone klar.

Um sich von der schweren Schneedecke zu erholen, benötigen Grünflächen nach dem Winter besondere Aufmerksamkeit. Oft zeigt sich nach der Schneeschmelze der sogenannte Schneeschimmel auf dem Rasen. „Hierbei handelt es sich um eine Pilzerkrankung, die sich durch weiße, plattgedrückte Flecken bemerkbar macht“, sagt Calzone. Um den Rasen wieder auf Vordermann zu bringen, empfiehlt es sich, ihn im Frühling zu vertikutieren. „Mitte März sollte man den Boden auch einmal mit einem stickstoffbetonten Dünger bearbeiten. So stirbt das unerwünschte Moos im Rasen ab“, rät Calzone. Sollten trotzdem noch kahle Stellen bleiben, kann auch mit denselben Gräsern nachgesät werden. „So verschwindet auch der Schneeschimmel nach kurzer Zeit.“

Mehrere Stunden bewässern

Schon vor dem Winter kann Rasenkrankheiten vorgebeugt werden. „Mit dem richtigen Dünger im Herbst hat der Schneeschimmel im Frühling keine Chance“, weiß Calzone. Er empfiehlt, ab Mitte August keinen stickstoffbetonten Dünger mehr zu verwenden. Dieser fördert über den Winter nämlich Pilzkrankheiten. Stattdessen sollte ein eisenhaltiger Dünger verwendet werden, der die Zellstruktur der Gräser stärkt. Generell empfiehlt der Experte, Grünflächen drei Mal im Jahr zu düngen. Neben dem eisenhaltigen Dünger im Herbst und dem stickstoffbetonten Mittel im Frühjahr sei ein organisch-mineralischer Rasendünger im Sommer ideal, um dem Boden wieder genügend organische Substanzen zuzuführen. Während längerer Trockenperioden stellen sich Rasenbesitzer immer wieder die Frage, wie und wann sie ihre Grasfläche bewässern sollten. „Bewässert werden muss erst, wenn zehn Tage lang Temperaturen über 25 Grad herrschen und kein Niederschlag fällt“, sagt David Calzone. „Der Rasensprenger sollte am besten morgens für drei bis vier Stunden laufen, damit das Wasser bis in tiefere Lagen vordringt. Dafür muss dann mehrere Tage nicht mehr bewässert werden.“

Rasenflächen sollten nur morgens bewässert werden.

David Calzone
David Calzone hält das überflüssige Moos, das er mit seinem Vertikutierer aus dem Rasen geholt hat in den Händen. Foto: Steurer
David Calzone hält das überflüssige Moos, das er mit seinem Vertikutierer aus dem Rasen geholt hat in den Händen. Foto: Steurer

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