Nadelöhr bleibt Dorn im Auge

25.04.2017 • 17:31 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das Land Vorarlberg und die ÖBB bauen das Bahnangebot konsequent aus. Foto: VN/Steurer
Das Land Vorarlberg und die ÖBB bauen das Bahnangebot konsequent aus. Foto: VN/Steurer

Land hat Ausbau der Arlbergstrecke nicht aufgegeben. Ab 2022 wieder Thema.

Bregenz. (VN-mig) Vorarlberg drückt beim Ausbau des Bahnangebots weiter aufs Tempo. Bahnhöfe werden modernisiert, Haltestellen ausgebaut und das Streckennetz aufgewertet. Bis 2022 werden 368 Millionen Euro in den Ausbau der Infrastruktur investiert – knapp 55 Millionen steuert das Land bei. Die Maßnahmen sind im ÖBB-Rahmenplan festgehalten.

Wäre es nach den Vorstellungen der Landesregierung gegangen, würden sich dort auch die Pläne für den Ausbau der Arlbergstrecke finden. Bis 2010 war dies auch der Fall. Der zweigleisige Ausbau zwischen Bludenz und Braz (Anm. Klosterbogen) ist dann allerdings dem Rotstift zum Opfer gefallen. Andere Projekte wurden priorisiert. Die ÖBB bekräftigten im Vorjahr gegenüber den VN ihr Nein zum Ausbau. „Der Klosterbogen ist für uns aktuell kein Thema, weil er von der Wirkung her sehr überschaubar wäre“, so ÖBB-Infrastruktur-Chef Franz Bauer im Juni 2016. Auch Verkehrsminister Jörg Leichtfried erteilte dem Ansinnen eine Absage.

Vorarlbergs Landesregierung will dennoch nicht klein beigeben. Das bekräftigte Landeshauptmann Markus Wallner gestern im Rahmen des Pressefoyers. Das Nadelöhr bleibt ein Dorn im Auge. „Wir haben den Klosterbogen nicht aufgegeben“. Vielmehr solle er wieder in den ÖBB-Rahmenplan aufgenommen werden, fordert der Regierungschef. Ein leistungsfähiges Verkehrsnetz sei für den Standort von großer Bedeutung.

Projekte auf Schiene

Vieles ist bereits erreicht, große Projekte sind längst auf Schiene. „Die Bahn wird von der Bevölkerung gut angenommen“, ergänzt der zuständige Landesrat Johannes Rauch. Zahlen belegen die hohe Akzeptanz. Innerhalb von 20 Jahren haben sich die Bahnkilometer in Vorarlberg von 1,6 Millionen jährlich auf 3,1 Millionen praktisch verdoppelt. Bei den täglichen Bahnfahrern ist eine Verdoppelung in nur zehn Jahren geglückt. Heute nutzen täglich 46.000 Vorarlberger das Schienen-Angebot im Land – Tendenz weiter steigend, so Rauch. Ein Boom mit Folgen. Längst kommt es zu Engpässen. Um diese zu beseitigen, greift das Land tief in die Tasche. So soll ab 1. Juli eine zusätzliche Talentgarnitur eingesetzt werden. Ab 2019 – rechtzeitig zur Gymnaestrada – werden komplett neue Fahrzeuge für ausreichend Kapazitäten sorgen. Allein für die laufenden, umfangreichen Leistungen stellt Vorarlberg 11,1 Millionen Euro zur Verfügung. Die Bahn mit ihrem hohen Takt ist für Rauch das starke Rückgrat. Der dichte Busverkehr in der Fläche soll Anschluss auch in alle Talschaften bieten. „Wir möchten in Vorarlberg den besten öffentlichen Verkehr – außerhalb von Wien – zustande bringen.“

Viele Bauvorhaben

Um diese Ziele zu erreichen, herrscht auf vielen Baustellen Hochbetrieb. Weitere Bahnhöfe werden ausgebaut. Noch heuer sollen die Weichen für den Bahnhofsneubau in der Landeshauptstadt gestellt werden. Andernorts werden Haltestellen verlängert und für die zukünftigen Anforderungen als mobile Drehscheiben adaptiert. So soll auch umfangreich Lade­infrastruktur für Elektromobilität geschaffen werden.

Und auch in Strecken wird investiert. Während der Ausbau St. Margrethen-Lauterach bereits in Arbeit ist, sind die Verhandlungen um das Projekt Feldkirch-Liechtenstein-Buchs (FL.A.CH) ins Stocken geraten. Mit der neuen Regierung in Vaduz hofft das Land, dass wieder Bewegung in die Sache kommt.

Bahn in Vorarlberg

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