Süffisanz und Aufmüpfigkeit

12.05.2017 • 16:41 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
NR Loacker macht gerne Stadtpolitik per Aussendung. Foto: VN
NR Loacker macht gerne Stadtpolitik per Aussendung. Foto: VN

Spitznamen. Die jüngste Reise von LH Markus Wallner (49, VP) nach Bern sollte offenbar als Mediengeschichte groß in Szene gesetzt werden. Ganz aufgegangen ist das Vorhaben Wallners allerdings nicht, weil der Wunsch nach einer „intensiven Begleitung der Arbeitsreise durch den ORF“ in der Person von Schweiz-Korrespondentin Raphaela Stefandl (57) zwar zugesagt worden sein soll, dann aber nicht zustande kam. Was vonseiten Wallners scheinbar zu einer massiven Intervention im Landesstudio bei Direktor Markus Klement (41) geführt haben soll, und zwar mit der dringenden Aufforderung an Chefredakteur Gerd Endrich (52), als Wiedergutmachung ein V-heute-Studiogespräch mit ihm zu arrangieren, was dann auch geschehen ist. Wallner, der in Journalistenkreisen ohnehin vielfach den Ruf genießt, gerne bei allen sich bietenden Gelegenheiten in eigener Sache zu intervenieren, hat sich jedenfalls unter Rundfunk-Mitarbeitern einen Spitzennamen eingehandelt. Sie bezeichnen ihn mit süffisant-humorvollem Lächeln als „Berner Würstel“.

 

Aufmüpfig. Stadtvertreter Gerald Loacker (Neos, 43) mischt offenbar in der Dornbirner Stadtpolitik lieber mit Aussendungen als persönlich auf Stadtvertretungssitzungen mit. Lieblingsthemen sind städtische Projekte, die seiner Meinung nach finanziell aus dem Ruder laufen. An die Karre fährt der Nationalrat gerne seinem einstigen Parteifreund, Vizebürgermeister Martin Ruepp (62), der für die Einhaltung der Kosten städtischer Vorhaben zuständig ist. „Jedes Projekt, das die Stadt in Angriff nimmt, wird zur finanziellen Bombe“, wettert Loacker und verweist auf kräftige Kostensteigerungen etwa bei der Erweiterung der Fußgängerzone, beim Campingplatz oder bei der Messehalle 5. Ihr Fett bekommt auch die Wirtschaftskammer ab, die als Zehn-Prozent-Gesellschafterin der Messe keinen Cent für Messe-Projekte springen lasse.

 

Unverständnis. Für Aufregung und Unverständnis in der Vorarlberger Schullandschaft und unter Direktoren sorgt offenbar die personelle Auswahl für die Nachbesetzung des Pflichtschulinspektors für den Bezirk Dornbirn. So soll das Gremium unter Leitung von Landesschulratsdirektorin Evelyn Marte-Stefani (55) die für viele als bestqualifizierte Bewerberin geltende Claudia Lurger (47) nicht in den obligaten Dreiervorschlag aufgenommen haben. Dabei gehe es nicht darum, Monika Steurer (53) als erstgereihter Kandidatin die Qualifikation für den Job absprechen zu wollen, sondern vielmehr um die Frage, „warum Lurger im Dreiervorschlag überhaupt nicht aufschien“, heißt es hinter den Kulissen. Der Rektor der Pädagogischen Hochschule (PH) in Feldkirch, Gernot Brauchle (53), könne sich jedoch glücklich schätzen, Lurger nicht zu verlieren. Lurger sei nämlich als Leiterin der Praxisschule der PH zur wichtigen Säule geworden und habe mit ihrem Master und ihrer Praxiserfahrung ordentlich Schwung nach Feldkirch gebracht.

Zitate der Woche

Ich persönlich glaube nicht, dass es richtig wäre, diesen Dauerwahlkampf fortzusetzen.

Sebastian Kurz,
Außenminister

 

Ich sehe kein einziges Problem, das durch Neuwahlen in Österreich gelöst werden kann.

Christian Kern,
Bundeskanzler

 

Ich will meine Wortwahl künftig verbessern, so wie ich das auch von der SPÖ erwarte.

Wolfgang Sobotka,
Innenminister

 

Geht es um die Kandidaten für die Nationalratswahl, sollte gemeinsam nach den besten Leuten gesucht werden.

Markus Wallner,
Landeshauptmann