Eine bewegte Vergangenheit

Vorarlberg / 18.05.2017 • 20:46 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Das Highlight: Der Salat im Wellenkof kommt frisch, knackig und mit einer tollen Marinade daher.
Das Highlight: Der Salat im Wellenkof kommt frisch, knackig und mit einer tollen Marinade daher.

Gutbürgerliche Küche samt herrlichem Ausblick auf den Bodensee.

Hard. Eine bewegte Vergangenheit – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn das Gebäude des Wellenhofs wurde 1927 vom ursprünglichen Standort in Langen bei Bregenz mit Schlitten und Pferdefuhrwerken nach Lochau transportiert, um es dort neu aufzubauen.

Beim Besuch des Wellenhofs meinte es Petrus besonders gut mit uns, denn wir konnten an einem lauen Sommerabend auf der Sonnenterrasse mit herrlichem Ausblick auf den Bodensee Platz nehmen. Die Räumlichkeiten des Wellenhofs wurden 2016 renoviert und erscheinen hell, luftig und in warmen Farbtönen. Auch der Kontrast der hellen Tische und dunklen Stühle passt gut.

Für die Kulinarik im Wellenhof ist Ambros Gmeiner zuständig. Seine Speisekarte führt durch die klassische gutbürgerliche Küche. Angenehm überrascht war ich auch, Ausgefallenes wie zum Beispiel Almtaler Hascheeknödel mit lauwarmem Krautsalat auf der Karte zu finden.

Cordon trifft Zander

Trotzdem entschied ich mich gegen die Knödel als Hauptgang, denn Sauerkraut oder Krautsalat esse ich lieber bei Außentemperaturen unter 25 Grad. Na ja, auch ein Cordon Wellenhof (gefüllt mit Speck, Bergkäse) und Pommes Frites (15,20 Euro) gehört nicht zu den klassisch leichten Sommergerichten. Trotzdem wählte ich es als Hauptspeise. Meine Begleitung entschied sich für gebackenes Zanderfilet mit Kartoffel- und Blattsalat und Sauce Remoulade (14,10 Euro, auch als Vorspeisenportion für 9,60 Euro erhältlich). Zuerst gab es aber eine Spargelcremesuppe, die von der sehr netten Mitarbeiterin als Tagessuppe empfohlen wurde. Außerdem ein geräuchertes Bodenseefelchenfilet auf Blattsalaten, mit Oliven, Zwiebel, Hausdressing und Hausbrot (9,70 Euro – ebenfalls als Hauptspeisenportion für 14,20 Euro erhältlich). Das Highlight war der Salat. Frisch, knackig, tolle Sauce und ein super Hausbrot dazu. Die Spargelsuppe war ebenfalls ganz gut, wenn auch ein wenig zaghaft abgeschmeckt. Der Spargel als Einlage mit gutem Biss. An den Hauptspeisen gab es auch nichts auszusetzen. Einzig bei der Nachspeise, Toblerone Tricolore (6,80 Euro) – Mousse in drei Schichten von weißer, klassischer und dunkler Toblerone-Schokolade, hätte ich mir anstatt der Schichten ein nebeneinander gewünscht. Die einzelnen Schokoladensorten kommen so nicht wirklich zur Geltung.

Fazit: Gutes Preis-Leistungsverhältnis. Gute Küche. Sehr nette Mitarbeiter. Kein Lokal, bei dem ich alleine wegen des Essens nochmals kommen würde. Aber in Kombination mit dieser Aussicht auf den See werde ich sicher wieder mal einen Stopp einlegen.

Michael Kersch­baumer
Michael
Kersch­baumer

Der gebürtige Feldkircher Michael Kerschbaumer (Jg. 1968) arbeitete 15 Jahre als Koch in der internationalen Hotellerie und im Airline Catering bevor er sich zum Wirtschaftsinformatiker Fachrichtung Qualitätssicherung ausbildete.

Wellenhof, Landstraße 60, 6911 Lochau, Tel. 05574 42020