Mit Glühwein gegen Polizei

Vorarlberg / 19.05.2017 • 22:27 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Glühwein landete auf der Montur des Polizisten.

Der Glühwein landete auf der Montur des Polizisten.

22-Jähriger beschimpft Mutter und legt sich am Weihnachtsmarkt mit Beamten an.

Christiane Eckert

Feldkirch. Mehr oder weniger die gesamte Familie ist gerichtsbekannt. Der Onkel wird als Zeuge aus dem Gefängnis vorgeführt, und auch der 22-jährige Arbeiter hat bereits sechs Vorstrafen. „Ich dachte, es wären 15“, scheint er selbst den Überblick verloren zu haben. 40.000 Euro Schulden haben sich bei dem jungen Mann angesammelt, sie kommen von Strafen, Anwaltshonoraren und Gerichtsforderungen. Der junge Mann hatte zumindest in der Vergangenheit immer wieder Alkoholprobleme. „Jetzt trinke ich nur mit Maß und Ziel“, versichert er heute.

Tatort Christkindlmarkt

Am 21. Dezember vergangenen Jahres hielt sich der Arbeitslose am Weihnachtsmarkt in Bregenz auf. Nach reichlich Glühwein legte sich der 22-Jährige mit zwei Männern an. Einer der beiden sei der Freundin des Angeklagten „aggressiv nachgelaufen“, behauptet der Beschuldigte. Es gab einen Tumult, zwei Polizisten sahen nach dem Rechten. Da schubste der mit zwei Promille Alkoholisierte den Beamten und leerte ihm einen Becher Glühwein über dessen Montur. Dabei waren die Polizisten sachte mit dem Jungen umgegangen, sie kennen ihn, hin und wieder schläft er vor dem GWL, lebt auf der Straße. Der Schubser gilt als tätlicher Angriff. Die Strafe: drei Monate Haft.

Familienzwist

Ein Freispruch ergeht in Sachen gefährlicher Drohung: Dass der Junge seine Mutter vor einem Geschäft übel beschimpfte, gibt er zu. Ob er ihr drohte „Ich stech dich ab“, kann nicht nachgewiesen werden.

Auch ein Streit mit dem Opa bleibt rechtlich ohne Folgen. Vor der Polizei sagte der 68-Jährige zwar aus, dass es einen Streit gegeben habe. Sein Enkel habe ihn attackiert wie ein Kickboxer und sei mit der Schere auf ihn losgegangen.

Der Enkel erzählt, dass der Opa ihn mit dem Nussknacker attackiert habe und er danach geblutet habe. Was die familiären Streitereien betrifft, entschlagen sich alle Verwandten der Aussage, weshalb diesbezüglich ein Freispruch ergeht.

Glück gehabt

Der junge Mann hat Glück, denn er hat insgesamt 23 Monate Bewährungsstrafe offen. Die werden nicht widerrufen, das heißt, die muss er vorerst nicht absitzen. Mit drei Monaten Haft ist die Sache für ihn erledigt. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Der Glühwein landete auf der Montur des Polizisten.

Der Glühwein landete auf der Montur des Polizisten.