Die Parteien suchen ihre Spitzenkandidaten

Vorarlberg / 01.06.2017 • 20:44 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Am 15. Oktober wird der Nationalrat neu gewählt. Foto:VN/Steurer
Am 15. Oktober wird der Nationalrat neu gewählt. Foto:VN/Steurer

Landesparteien befinden sich auf der Suche nach Nationalratskandidaten. Neos-Strolz tritt in Wien an.

Bregenz. (VN-mip) So unterschiedlich die Parteien, so verschieden deren Kandidatensuche. Bis 18. August müssen die Landesparteien ihre Listen für die Nationalratswahl am 15. Oktober einreichen. ÖVP, FPÖ, Grüne, SPÖ und Neos gehen in Vorarlberg verschiedene Wege. Die Neos starten kommende Woche mit einem Casting, in der SPÖ hat der Landesvorstand bereits am Mittwoch einen Vorschlag erstellt. Bei Rot, Grün und Pink stehen die Spitzenkandidaten so gut wie fest, bei der FPÖ könnte Reinhard Bösch vorne kandidieren. Die ÖVP lässt sich noch nicht in die Karten blicken.

Eine Wahl ist nicht so einfach, wie es zunächst aussieht. In einer Nationalratswahl kandidieren Parteien mit einer Bundesliste, einer Landesliste und einer Regionalwahlkreisliste. Vorarlberg besteht aus zwei Wahlkreisen – Nord und Süd. Pro Kreis sind vier Mandate zu vergeben. Die Besetzung des Nationalrats läuft vereinfacht ausgedrückt so: Votieren in den Wahlkreisen rund 25 Prozent der Wähler für eine Partei, sitzt der Listenerste im Nationalrat. Die übrigen Stimmen werden auf die Landesliste hochgerechnet. Auch dort gibt es einen vorgegebenen Schlüssel, der sich aus abgegebenen Stimmen und zu vergebenden Mandaten berechnet. Bleiben Mandate übrig, werden die über die Bundesliste ermittelt, bis alle 183 Sitze besetzt sind.

Loacker, Walser, Einwallner

Pinker Spitzenkandidat in Vorarlberg dürfte der Dornbirner Nationalrat Gerald Loacker werden. Er hat sich bereits für das öffentliche Vorwahlverfahren beworben. Klubobmann Matthias Strolz, der bei der Wahl 2013 noch die Landesliste anführte, wird auf der Wiener Liste kandidieren. Fix ist das allerdings nicht. Die Neos lassen die Öffentlichkeit mitbestimmen, wer auf der Liste steht, erklärt Landeskoordinator Simon Muchitsch. Kommenden Dienstag hat die Partei interessierte Kandidaten in ihr Büro eingeladen. Denn auch für einen Listenplatz kann sich jeder bewerben.

Der Landesparteivorstand der SPÖ beschloss am Mittwoch, Reinhold Einwallner an die Spitze zu setzen. Am 21. Juni werden zwei Regionalkonferenzen über die Listen abstimmen. Am selben Tag halten auch die Grünen ihre Landeskonferenz ab. Harald Walser ist an der Spitze gesetzt. Auf Rang zwei würde dann eine Frau kandidieren, denn bei den Grünen wechseln die Geschlechter auf der Liste ab, wie Geschäftsführerin Juliane Alton erklärt. Für ein Mandat auf der Landesliste sind rund 12,5 Prozent nötig. Einwallner meint: „Für uns ist das aber lange nicht fix.“

Die FPÖ hat sich noch nicht festgelegt, betont Landesgeschäftsführer Christian Klien, sagt aber: „Reinhard Bösch wird auf jeden Fall eine große Rolle spielen.“ Ob als Spitzenkandidat, lässt er offen. Bösch kam zuletzt über die Bundesliste in den Nationalrat, Bernhard Themessl war auf der Landesliste ganz vorne. Die ÖVP – die als Liste Sebastian Kurz antritt – hat ihre Kandidaten auch noch nicht gefunden. Um den 10. August will die Volkspartei die Liste präsentieren. Dem geforderten Vetorecht des neuen Bundesparteiobmanns sieht Landesgeschäftsführer Dietmar Wetz gelassen entgegen: „Natürlich werden wir die Liste mit der Bundespartei abstimmen, das haben wir schon bisher so gemacht.“ Die ÖVP kann in Vorarlberg mit einem Mandat in einem Regionalwahlkreis rechnen. Aber am Ende entscheidet bekanntlich sowieso der Wähler.

Natürlich werden wir die Liste mit der Bundespartei abstimmen.

Dietmar Wetz