Männlich und weiblich

Vorarlberg / 01.06.2017 • 17:32 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Der Vortrag ergänzt die aktuelle Ausstellung.  Foto: tf
Der Vortrag ergänzt die aktuelle Ausstellung. Foto: tf

Vortrag im Jüdischen Museum zur Ausstellung über die weibliche Seite Gottes.

Hohenems. (tf) Am Donnerstag, 8. Juni, lädt das Jüdische Museum Hohenems um 19.30 Uhr im Begleitprogramm zur Ausstellung „Die weibliche Seite Gottes“ zum Vortrag und Gespräch mit Dr. Patrick Koch (Universität Hamburg). Thema „Männlich und weiblich schuf er sie“, Genderkonstruktionen in kabbalistischer Literatur.

Das durch die Pop-Ikone Madonna bekannt gewordene Kabbalah Centre wirbt heutzutage mit plakativen Titeln wie God wears Lipstick, um kabbalistische Praktiken für Frauen zu vermarkten. Feministisch-akademische Studien zeichnen jedoch ein anderes Bild. Sie kommen zu dem Schluss, dass es faktisch nur männliche Kabbalisten sind, die in den Quellen als aktive, gesellschaftliche Akteure auftauchen. In der sefirotischen Welt nimmt das Weibliche hingegen eine weitaus zentralere Rolle ein.

Vor diesem Hintergrund möchte Patrick Koch in seinem Vortrag der Frage nachgehen, inwieweit die maskulinen und femininen Prinzipien der Gottheit menschlich konstruierte Genderspezifitäten reflektieren.

Dabei wird erläutert, welche göttlichen Attribute gemeinhin als feminin gelten; in welchem Verhältnis die femininen Prinzipien zu ihren maskulinen Gegenparts stehen; wie Kabbalisten den in der Schöpfungsgeschichte genannten Terminus Adam interpretierten und in welcher Gestalt sich Adam in den oberen und unteren Welten manifestiert.