Rankweil durchforstet Budget, um zu sparen

Vorarlberg / 01.06.2017 • 17:32 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Mit der Firma Integrated Consulting Group will die Marktgemeinde ihren Haushalt optimieren. Foto: VN/Hartinger
Mit der Firma Integrated Consulting Group will die Marktgemeinde ihren Haushalt optimieren. Foto: VN/Hartinger

Über eine Million Euro soll eingespart werden. Erste Maßnahmen beschlossen.

Rankweil. (VN) Vor rund einem Jahr hat die Marktgemeinde Rankweil auf Anregung des Finanzausschusses begonnen, die Gemeinde im Rahmen einer Haushaltskonsolidierung nach möglichen Einsparungen zu durchforsten. Die Ergebnisse daraus wurden bei der jüngsten Gemeindevertretungssitzung präsentiert. Der Umsetzung der Maßnahmen haben alle Fraktionen zugestimmt.

Rankweil hat, wie viele österreichische Gemeinden, zunehmend budgetäre Herausforderungen zu bewältigen. Um der steigenden Kluft zwischen Einnahmen und Ausgaben rechtzeitig entgegenzuwirken, wurde 2016 die Firma ICG (Integrated Consulting Group) aus Graz an Bord geholt, um gemeinsam mit Verwaltung und Politik die Weichen für die Zukunft der Marktgemeinde neu zu stellen.

„Der richtige Zeitpunkt“

„Es ist der richtige und zugleich noch sinnvolle Zeitpunkt, um die Weichen für die finanzielle Zukunft zu stellen. Derzeit kann die Gemeinde noch so handeln, dass deutliche Einschnitte bei den Gemeindeleistungen verhindert werden können“, erklärt Andreas Pölzl, Berater der Firma ICG. Besonders zu schaffen machen den Gemeinden in Vorarlberg die steigenden Transferzahlungen an das Land: „Obwohl Rankweil gut wirtschaftet, fressen die  Zahlungen an den Vorarlberger Sozialfonds und die Krankenanstalten sowie die Landesumlage inzwischen die Erträge aus den Gemeindeabgaben beinahe auf. Der finanzielle Spielraum schrumpft rasant“, so Bürgermeister Martin Summer. Laut Andreas Pölzl stehe die Marktgemeinde Rankweil finanziell auf soliden Beinen und habe im Vergleich zu anderen Gemeinden eine „ausgezeichnete Finanzlage“. Gerade deswegen sei es wichtig, aus dieser starken Position heraus vorausschauend zu planen, um weiterhin gut dazustehen.

Über eine Million Euro sparen

Bis zum Jahr 2021 sollen die Einsparungen nach und nach auf  1,2  Millionen Euro anwachsen, und zwar mit möglichst geringen Auswirkungen auf die Bevölkerung. Pölzl betonte, dass es nicht um ein „Rasenmäherprinzip“ gehe – vielmehr sei das Ziel, die interne Effizienz auszuloten und sinnvolle Synergien zu schaffen und zu verstärken. Überprüft wurden das gesamte Leistungsspektrum der Marktgemeinde sowie die interne Effizienz der Verwaltung. Fünf Arbeitsgruppen haben unter Leitung von ICG in sechs Workshops Einsparungsmöglichkeiten festgelegt. 253 Potenziale mit mehreren Untervorschlägen galt es abzuklären.

61 Sparmaßnahmen

92 nachhaltig wirksame Vorschläge wurden der Politik vorgelegt, Vertreter aus Verwaltung und Politik haben darüber beraten und die Vertreter aller politischen Fraktionen konnten sich in einem eintägigen Workshop Ende April letztlich einvernehmlich auf 61 klar definierte Maßnahmen einigen.

Wir wollten früh reagieren, denn der finanzielle Spielraum schrumpft rasant.

Martin Summer