Von Kanzlerfans und Karrieren

Vorarlberg / 02.06.2017 • 16:09 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Begeisterung von VP-Stadtchef Linhart (l.) für SP-Kanzler Kern. VN
Begeisterung von VP-Stadtchef Linhart (l.) für SP-Kanzler Kern. VN

Begeistert. Gerade in Vorwahlzeiten suchen Spitzenkandidaten viel Öffentlichkeit und versuchen im Vorfeld der Nationalratswahl am 15. Oktober naturgemäß im Stimmenteich der politischen Mitbewerber auf Wählerfang zu gehen. So auch Bundeskanzler Christian Kern (51, SP), der beim jüngsten Städtetag im salzburgischen Zell am See als Gastredner vor rund 1200 Gemeindeoberhäuptern sowie Stadt- und Gemeinderäten aus der gesamten Alpenrepublik ins Rampenlicht trat. Auch aus Vorarlberg waren eine ganze Reihe prominenter Kommunalpolitiker nach Salzburg gereist, darunter Andrea Kaufmann (48, VP) sowie Wilfried Berchtold (62, VP) und Markus Linhart (57, VP) als Stadtchefs von Dornbirn, Feldkirch und Bregenz. Als „begeisterter und großer Fan“ des roten Kanzlers Kern soll sich dabei Linhart als schwarzer Gemeindechef der Landeshauptstadt gezeigt haben, wissen Teilnehmer des Städtetags zu erzählen.

 

Verzicht. Zwei Jahre sind ins Land gezogen, seit Bernhard Heinzle (41) den Job des Geschäftsführers der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) in Vorarlberg übernommen hat. Darüber hinaus fungiert der umtriebige Heinzle als Mitglied der erweiterten Bundesgeschäftsführung in Wien. Vor dem Hintergrund personeller Veränderungen erhielt der Christgewerkschafter jetzt das Angebot, die Funktion des stellvertretenden Bundesgeschäftsführers zu übernehmen. Und zwar von Nationalrat Wolfgang Katzian (60), der in der GPA und in der Fraktion Sozialdemokratischer Gewerkschafter (FSG) den Vorsitz führt. Heinzle lehnte das karriereträchtige Angebot aus familiären Gründen ab. Genossen in der Vorarlberger FSG wären freilich „nicht böse gewesen, wenn der politische Freigeist“ das Angebot an der Spitze der mitgliederstärksten Gewerkschaft angenommen hätte.

 

Teure Scheidung. Dass Kündigungen kostspielig werden können, weiß man in Hohenems. Zuletzt war dies bei Stadtamtsdirektorin Karin Rettenmoser (56) der Fall, ihr Rauswurf hatte sich mit 334.000 Euro zu Buche geschlagen. Nun dürfte der Nibelungenstadt erneut ein kostspieliger Personalwechsel ins Haus stehen. Offiziell heißt es, dass sich Stadtchef Dieter Egger (48, FP) und Klaus Gasser (54) als Stadtmarketingchef einvernehmlich getrennt hätten. Hinter den Kulissen ist allerdings die Rede davon, dass Gasser „gegangen wurde“. Der Stadtmarketingbeirat habe von Gasser vergeblich neue Ideen und Konzepte gefordert. In der Folge sei beschlossen worden, sich von ihm zu trennen, gleichzeitig wurde ein Nachfolger gesucht. Andrea Ruckendorfer (29) übernimmt ab August die Agenden, bis dahin installierte die Stadt eine interimistische Chefin. Gassers Abgang erfolgte praktisch über Nacht. Kriterien für die „Scheidung“ sind jedoch nicht ausverhandelt. Seit 1998 leitete Gasser die Abteilung, mittlerweile ist er über 50 Jahre at. Das kann teuer enden. Wieder einmal.

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