Kirchen in Vorarlberg erstrahlen in anderem Licht

Vorarlberg / 06.06.2017 • 19:28 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Auch die Orgel der Herz Jesu Kirche mit Organistin Edeltraut Burtscher wird bei der langen Nacht der Kirchen eine Rolle spielen. Foto: VN/HB
Auch die Orgel der Herz Jesu Kirche mit Organistin Edeltraut Burtscher wird bei der langen Nacht der Kirchen eine Rolle spielen. Foto: VN/HB

58 Kirchen laden am Freitag, 9. Juni, mit einem bunten Programm zur langen Nacht der Kirchen ein.

Bregenz. (VN-jun) Eine schma­le, steile Holztreppe führt im Inneren des Kirchturms nach oben. Mit einer Taschenlampe in der Hand geht es am alten Uhrwerk vorbei. Weitere Stiegen aus Holz zeichnen den Weg unter das Dach der Herz Jesu Kirche in Bregenz. Am Dachboden angekommen, können die Besucher die Kirche aus einem ganz anderen Blickwinkel als üblich betrachten. „Wir sind hier 26 Meter über dem Erdboden“, informiert Kirchenführer Armin Heim, der lediglich auf einem schmalen Holzbalken steht. Dieser besondere Ort, der Dachboden der Herz Jesu Kirche, kann auch am Freitag bei der langen Nacht der Kirchen besucht werden.

260 Angebote in einer Nacht

Alle zwei Jahre öffnen die Kirchen in Vorarlberg Türen und Tore, auch die zum Dachboden und in den Keller. Am kommenden Freitag ist es wieder so weit. Insgesamt 58 Gotteshäuser, katholische, evangelische und serbisch-orthodoxe, laden zur langen Nacht der Kirchen ein. Von 18 Uhr bis Mitternacht bieten sie insgeamt 260 Programmpunkte, davon 42 für Kinder und Familien. Von nächtlichen Turmbesteigungen mit Taschenlampen über Messweinverkostungen und Friedhofstouren bis hin zu Angeboten der Stille – für jeden ist etwas dabei. „Mit der langen Nacht der Kirchen wollen wir Freude wecken und an die Sehnsucht vieler Menschen nach dem Göttlichen anknüpfen“, sagt Martin Fenkart, Patoralamtsleiter der Diözese Feldkirch.

Ermöglicht wird die lange Nacht der Kirchen nicht nur durch die Zusammenarbeit der Pfarrgemeinden, sondern vor allem auch durch das Engagement von über 1000 Ehrenamtlichen. „Es mag für viele normal sein, dass die Kirchentüren bei uns im Land untertags stets geöffnet sind. Das ist aber alles andere als eine Selbstverständlichkeit“, meint Fenkart. „Eine offene Kirchentüre steht für die Kernbotschafft des christlichen Glaubens: Das Herz Gottes ist immer offen für jeden Menschen, ganz egal wie sein Leben bis heute verlaufen ist.“

Eine Nacht mit Atmosphäre

Die Nacht lässt die Kirchenräume in anderem Licht erscheinen. „Die Dunkelheit bietet etwas, das in unserer technisierten Welt immer seltener zu finden ist: Atmosphäre“, lädt Projektleiter Hofer zum Besuch ein. Beginnen wird die lange Nacht der Kirchen mit den klingenden Glocken der teilnehmenden 58 Gotteshäuser sowie einem ökumenischen Gebet im Dom in Feldkirch um 18 Uhr.

Lange Nacht der Kirchen am
9. Juni 2017, ab 18 Uhr in den Regionen Bludenz, Bregenz, Bregenzerwald, Kleinwalsertal, Dornbirn und Feldkirch