Neue Maßstäbe für ein besseres Miteinander

Vorarlberg / 08.06.2017 • 22:33 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Leitbild „Zusammenleben in Dornbirn“ soll Austausch unter verschiedenen Bevölkerungsgruppen fördern.

Dornbirn. (ha) „Zusammenleben in Dornbirn“ nennt sich das neue Leitbild, das nun vom Stadtrat nach vielen Diskussionen und Bürgergesprächen abgesegnet wurde. Ziel ist es, die Kontakte zwischen Jung und Alt, Einheimischen, Zugezogenen oder Flüchtlingen durch verschiedene, von der Stadt Dornbirn koordinierte Maßnahmen, weiter zu vertiefen und zu verbessern.

Als erste Stadt Österreichs entwickelte Dornbirn vor Jahren ein sogenanntes Integrationskonzept. Dieses wurde nun überarbeitet, um auf neue Entwicklungen reagieren zu können. Immerhin leben in der mit knapp 50.000 Einwohnern größten Stadt des Landes Menschen aus weit über 100 Nationen, und nicht alle schaffen es problemlos, sich im Sinne eines konfliktfreien Zusammenlebens zu integrieren.

Positive Entwicklungen

Wie Sozialstadträtin Marie-Louise Hinterauer betont, blieben die Bemühungen schon bisher nicht erfolglos: „Hier passiert in unserer Stadt sehr viel Gutes, gerade auch im ehrenamtlichen Bereich.“ Beispiele nennt der zuständige Stadtrat für Integration, Werner Posch, unter dessen Leitung das neue Leitbild erarbeitet wurde: „Es gibt Deutschkurse gemeinsam mit Eltern und Kindern, Sprach- und Leserförderung, Lernhilfeangebote vom Schülerclub und der Caritas oder auch eine Einzugsbegleitung im Wohnbereich.“

Beim letzten Punkt gibt es laut Posch allerdings noch Nachholbedarf: „Mein Wunsch wäre es, dass bei Konflikten in Wohnsiedlungen mehr ausgebildete Mediatoren zum Einsatz kommen.“ So stellt er nach den Bürgergesprächen fest, dass ein dringendes Bedürfnis nach mehr Begegnungsmöglichkeiten zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen besteht und dass auch in den Bereichen Gesundheit und Sozialwesen noch Verbesserungen notwendig sind.

Posch wie auch Dornbirns Bürgermeisterin Andrea Kaufmann betonen, dass das Leitbild weit mehr als ein reines „Integrationspapier“ ist. Vielmehr gehe es darum, die Vielfalt der Kulturen zu erhalten und zu fördern und nicht das Trennende in den Vordergrund zu stellen. Den Worten sollen nun Taten folgen. Neben den bereits laufenden Angeboten wird die Stadt mit gutem Beispiel vorangehen und umgehend weitere Schritte setzen, kündigt die Stadtchefin an: „Wir veranstalten zum Beispiel eine eigene Schulung für Führungskräfte der Rathausverwaltung. Künftig muss jede Abteilung ganz klare Integrationsziele in ihrer Jahresplanung verankern.“

Es geht bei dem Projekt darum, die Vielfalt der Kulturen langfristig zu erhalten und zu fördern.

Andrea Kaufmann