Umstieg aufs Fahrrad gut für Geldbörse und Klima

Vorarlberg / 08.06.2017 • 19:23 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Auch Marina aus Rankweil tauscht bei diesem sommerlichen Wetter gerne Auto gegen Fahrrad.  Foto: VN/Steurer
Auch Marina aus Rankweil tauscht bei diesem sommerlichen Wetter gerne Auto gegen Fahrrad. Foto: VN/Steurer

Vorarlberger fahren zwar viel Fahrrad, nutzen aber für kurze Strecken oft das Auto.

Schwarzach. (VN-jun) Es ist Sommer, die Sonne scheint und viele Menschen lockt es mit dem Drahtesel vor die Tür. Die Vorarlberger wählen für 15 Prozent ihrer Wege das Fahrrad, das ist mehr als sonstwo in Österreich. Bis 2020 soll dieser Anteil auf 20 Prozent gesteigert werden. Kommt aber doch der Pkw zum Einsatz, um von A nach B zu kommen, dann werden in Vorarlberg deutlich mehr kurze als lange Strecken mit dem Auto zurückgelegt, wie eine aktuelle VCÖ-Analyse zeigt. So sind 49 Prozent der Arbeitswege, 64 Prozent der Wege zu Freizeitzielen sowie 68 Prozent der Einkaufswege kürzer als fünf Kilometer. An Werktagen sind nur rund 15 Prozent der Autofahrten länger als 20 Kilometer, der Anteil der Autofahrten unter fünf Kilometern ist mit rund 46 Prozent drei Mal so hoch. Und sechs Mal häufiger nutzen Vorarlbergs Autofahrer das Auto für sehr kurze Strecken von unter einem Kilometer als für Fahrten von mehr als 50 Kilometern.

Höherer Spritverbrauch

Dabei belasten gerade Kurzstrecken die Geldbörse und das Klima. Denn der Spritverbrauch ist dabei deutlich höher als im Schnitt. „Wer kurze Strecken mit dem Fahrrad fährt oder Strecken in fußläufiger Distanz zu Fuß geht, kommt nicht nur auf die tägliche Portion gesunde Bewegung, sondern schont sowohl die eigene Geldbörse als auch die Umwelt“, stellt VCÖ-Expertin Ulla Rasmussen fest.

Durch eine fußgängerfreundliche und radfahrfreundliche Verkehrsplanung können viele kurze Autofahrten vermieden werden. Wichtig seien zudem die Stärkung der Nahversorgung und ein Ende der Zersiedelung. Zudem müsse der Ausbau der Rad-Infrastruktur sowie eine radfahrfreundliche Verkehrsplanung in den Gemeinden und Städten forciert werden. Auch direkte Radverbindungen zu den Bahnhöfen sind wichtig, um Fahrrad und Öffentlichen Verkehr gut kombinieren zu können. So werden in Vorarlberg Radprojekte an Gemeindestraßen mit jährlich drei Millionen Euro gefördert und mit grenzüberschreitenden Pendlerprojekten Menschen zum Umstieg auf das Rad bewegt. Denn eine gute Radinfrastruktur führt zu mehr Radverkehr im Ländle.