Land dreht an der Öffi-Preisschraube

Vorarlberg / 09.06.2017 • 18:25 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Im Vorjahr wurden in Vorarlberg 100 Millionen Fahrten mit den 318 Bussen und 29 Schienenfahrzeugen verzeichnet.  Foto: VN/Steurer
Im Vorjahr wurden in Vorarlberg 100 Millionen Fahrten mit den 318 Bussen und 29 Schienenfahrzeugen verzeichnet. Foto: VN/Steurer

Auch der Preis für die maximo-Jahreskarte wird ab Jänner erstmals erhöht.

Dornbirn. (VN-ger) Wer in Vorarlberg mit Bus und Bahn unterwegs ist, muss bald mehr zahlen: Ab 1. Jänner 2018 werden die Preise im Durchschnitt um 1,5 Prozent angehoben. Auch wer eine maximo-Jahreskarte kauft, spart sich die jährliche Erhöhung erstmals nicht; statt 365 Euro kostet der landesweit gültige Fahrschein nächstes Jahr 370 Euro für ein Jahr, jener für Senioren, Jugendliche und Menschen mit Behinderung 260 statt 256 Euro. Und sonst: Einzel-, Tages- und Wochenkarten werden zwischen 10 und 70 Cent teurer, eine Monatskarte um bis zu 4 Euro und die domino-Jahreskarten zwischen einem und 8 Euro. Ausgleichende Gerechtigkeit lässt der Vorarlberger Verkehrsverbund (VVV) dafür bei den Schwarzfahrern walten. Wer ohne gültigen Fahrschein unterwegs ist, zahlt ab 1. Jänner 90 (bei Bezahlung an Ort und Stelle) bzw. 120 Euro statt bisher 65 bzw. 95 Euro.

„Wir haben im Vorarlberger Verkehrsverbund seit 2014 bei diversen Produkten keine Preisanpassungen gemacht, haben aber das Angebot massiv ausgeweitet“, verweist Mobilitätslandesrat Johannes Rauch unter anderem auf die vier Zugverbindungen pro Stunde und Richtung zwischen Bregenz und Bludenz. Oder anders ausgedrückt: Seit 2014 konnten die Fahrplan-Kilometer auf der Schiene laut Rauch um 13,6 Prozent und das Angebot im Linienbus um 2,2 Prozent gesteigert werden. Gleichzeitig zeigen die Verkäufe bei den maximo-Jahreskarten steil nach oben. Im Vorjahr waren bereits 65.755 Vorarlberger – darunter rund 25.000 Erwachsene – damit unterwegs (2015: 63.820, 2014: 60.109). In diesem Jahr rechnet VVV-Geschäftsführer Christian Hillbrand mit rund 68.000 verkauften Karten.

WLAN und Elektrobus

Dranbleiben wollen Land und Gemeinden auch in Zukunft: Ab Sommer startet im Raum Feldkirch die flächendeckende Umsetzung von WLAN in den Bussen. In Kürze sollen dann die Stadtbusse Dornbirn, Bregenz, Bludenz sowie der Ortsbus am Kumma und ab Ende 2017 die Landbusse folgen. Weitere Verbesserungen sind beim Anrufsammeltaxi Bregenz-Hofsteig und dem Nachtbussysteme, geplant. Ab Ende 2017 sind außerdem zwei neue Nachtzüge in Vorarlberg auf Schiene. „Die Vorbereitungen für den Einsatz der ersten vier Elektrobusse laufen auf Hochtouren“, informiert Rauch, der darüber hinaus hofft, noch vor den Nationalratswahlen den Vertrag mit Bund und ÖBB über den Ausbau und die Adaptierung der kleinen Zughaltestellen unter Dach bringen zu können. All das will bezahlt werden. „Das Geld, das wir von unseren Fahrgästen bekommen, deckt zirka die Hälfe der Aufwendungen im öffentlichen Verkehr ab, die andere Hälfte muss von der öffentlichen Hand kommen“, führt Hillbrand aus. Konkret: Das Land investiert jährlich rund 23,9 Millionen Euro in den öffentlichen Verkehr, die Gemeinden steuern rund 14,4 Millionen Euro zur Finanzierung der Stadt-, Land- und Ortsbusse bei.

Ticketpreise 2018

Preiserhöhungen

» Einzel-, Tages- und Wochen­karten: 10 Cent bis 70 Cent

» Monatskarte: bis zu 4 Euro

» Jahreskarte: 1 Euro (1 domino Sparpreis) bis 8 Euro (maximo Vollpreis übertragbar)

» maximo-Jahreskarte: 5 Euro

» maximo Jahreskarte Sparpreis: 4 Euro