Forstverwaltung erhält völlig neue Strukturen

Vorarlberg / 12.06.2017 • 19:30 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Effizienz in der Verwaltung: Land will Forstabteilung in Regionen Süd und Nord aufteilen.

Bregenz. Strukturen fit für die Zukunft machen. Unter diesem Motto versucht man beim Land, die Verwaltung auf neue Schienen zu bringen. Das anvisierte Ziel ist der weitere Bürokratieabbau. Eine weitere Weichenstellung fasste die Landesregierung jetzt mit einem Grundsatzbeschluss im Bereich der Forstverwaltung. Sie soll neu strukturiert werden. Insgesamt sind landesweit davon 68 Mitarbeiter betroffen. Zwölf davon in der Landesforstabteilung und 56 bei den Bezirkshauptmannschaften in Bludenz, Feldkirch sowie Dornbirn und Bregenz.

Zwei Standorte im Fokus

Vorgeschlagen wurde das Ganze im Rahmen des
Verwaltungsentwicklungsprozesses „Zukunft der Verwaltung“ von einer Expertenkommission, welche die Aufgabenverteilung zwischen dem Amt der Landesregierung und den Behörden in den Bezirken unter die Lupe genommen hatte, bestätigte LH Markus Wallner (49, VP) im Gespräch mit den VN. Das Ergebnis sind neue Strukturen im Forstwesen des Landes. Als zentrale Maßnahme erfolgt eine Konzentration auf zwei Standorte: Forst Nord und Forst Süd. Der Standort Nord, dessen Sitz in der Bezirksbehörde Bregenz sein wird, umfasst künftig die Forstabteilungen der Bezirke Bregenz und Dornbirn (Forstregion Nord). Im Standort Süd mit Sitz in der Bludenzer Bezirksbehörde sollen Forstabteilungen der Bezirke Bludenz und Feldkirch (Forstregion Süd) untergebracht sein.

Mit der Umstrukturierung sollen die fachliche, organisatorische und dienstrechtliche Führung erleichtert werden. „Ziel ist es außerdem, die bezirksübergreifende Arbeit der Förster und Waldaufseher zu erleichtern“, erklärt Wallner. Die ausgebildeten Waldaufseher sollen demnach künftig als Servicestelle und direkte Ansprechpartner eingesetzt werden.

Partner für 6500 Waldbesitzer

„Sie bleiben bei den Bezirkshauptmannschaften, die dezentrale Struktur ermöglicht eine gute Beratung vor Ort. Ihre fachliche Eignung und genaue Ortskenntnis machen die Aufseher zu guten Ansprechpartnern für die 6500 Vorarlberger Waldbesitzer. Deshalb macht es Sinn, sie nah bei den Bürgern zu belassen“, meint Wallner. Die Umsetzung des Bundesforstgesetzes, also alle behördlichen Aufgaben, bleiben auch weiterhin bei den Bezirkshauptmannschaften. Alle anderen Aufgaben koordiniert die Forstabteilung des Landes. Dadurch solle gewährleistet werden, dass die Umsetzung dieser Aufgaben landesweit gleich erfolgt. „Dazu zählen konzeptionelle Aufgaben wie Schutzwaldprojekte und Forstwegebau, interne Weiterbildung sowie die Betreuung der landeseigenen Wälder. Auch die Koordination der Forstschutzmaßnahmen sowie der Waldpädagogik oder der Öffentlichkeitsarbeit und der Klimawandelanpassung gehören dazu. Die konkrete Zuordnung dieser Aufgaben übernimmt eine bereits eingerichtete Arbeitsgruppe.“

Nach der Zusammenführung der Agrarbezirksbehörde und der Landwirtschaftsabteilung in Bregenz erfolge mit der Neustrukturierung des Forstwesens der nächste Schritt.

„Permanente Deregulierung“

„Wir setzen überall dort an, wo im eigenen Zuständigkeitsbereich Handlungsspielräume bestehen.“ Die zahlreichen Maßnahmen in der jüngeren Vergangenheit würden aus seiner Sicht deutlich machen, dass das Land Vorarlberg „permanent an der Deregulierung und an der Entbürokratisierung von Regeln und Normen arbeitet“, schloss Wallner.

Wir setzen dort an, wo Handlungsspielräume bestehen.

LH Markus Wallner