Mit Stromer durch die Stadt semmeln

Vorarlberg / 13.06.2017 • 19:00 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Bäcker Stadelmann weiß um die Vorteile seines E-Lieferwagens.
Bäcker Stadelmann weiß um die Vorteile seines E-Lieferwagens.

Die Bäckerei Stadelmann aus Dornbirn vertraut in der Auslieferung auf einen Elek­trokastenwagen.

Dornbirn. In die Welt der Elektromobilität ist die Bäckerei Stadelmann in Dornbirn erstmals vor mehr als zehn Jahren eingetaucht. Damals, als die ersten modifizierten Elektroautos auf den Markt kamen, wollte auch der engagierte Bäckermeister Markus L. Stadelmann einen Schritt in die Mobilitätszukunft wagen und die morgendlichen Brotlieferungen fortan elektrisch bewältigen. Gesagt, getan.

Nur: Die erste E-Generation habe mehr Kopfzerbrechen als wirklich Freude bereitet, erinnert sich Stadelmann zurück. „Die Technologie war damals noch nicht ausgereift, es wurde noch viel getestet.“ In der Zwischenzeit hat sich technologisch viel getan, die Serienreife von Elektroautos etablierter Automobilhersteller habe viel Positives bewirkt. Auch deshalb hat sich die Bäckerei im Vorjahr dazu entschlossen, erneut mit gutem Beispiel voranzugehen. Über die Allmenda, eine Genossenschaft, die Kooperationen für eine lebenswerte Zukunft in der Region fördert, wurde ein E-Kastenwagen angeschafft. Seither gelangen so täglich mehrere Hundert Brötchen in Dornbirn zu den Verkaufsstellen.

Die Anschaffung des E-Kastenwagens habe er noch keine Sekunde lang bereut. „Das Fahrgefühl ist einfach wesentlich besser als bei einem traditionell betriebenen Auto“, weiß Stadelmann aus eigener Erfahrung. Ein Umstand, den auch die Mitarbeiter der Bäckerei zu schätzen wissen; bevorzugen diese doch mittlerweile allesamt den Lieferdienst im E-Auto. „Für längere Strecken und größere Lieferungen haben wir noch einen Diesel im Einsatz. Die klare Nummer eins in der Nutzung ist aber das Elektroauto“, sagt der 46-jährige Dornbirner. 

Reichweite kein Thema

350 bis 400 Kilometer pro Monat legt der kleine E-Kastenwagen zurück, Sorgen wegen der Reichweite muss sich die Bäckerei daher nie machen. „Wir liefern fast nur im Bezirk Dornbirn aus. Das sind alles Kurzstrecken, und für diesen Einsatzzweck könnte ich mir kein besseres Auto vorstellen“, schwärmt Stadelmann. Die Betriebskosten seien gegenüber anderen Lieferwagen deutlich niedriger, die Steuer- und NoVA-Vorteile würden die Kosten darüber hinaus reduzieren. Nicht minder attraktiv ist der Werbeeffekt. „Es haben mich bereits Kunden auf das Elektroauto angesprochen. Die finden das toll“, erzählt der Bäckereichef.

Für den Dornbirner zählen aber nicht nur die finanziellen Vorteile. Für ihn ist die Elektromobilität die „Technologie der Zukunft“. „Privat und für längere Strecken setze ich auf die effizienteste Form der E-Mobilität – den Zug.“ Abgasfrei und somit umweltfreundlich mobil zu sein, gehört für den Unternehmer daher zum Alltag. Ein Verhalten, das sich auch im Unternehmen zeigt. Mit einer Energierückgewinnung in der Backstube, einer Holzzentralheizung sowie einer Photovoltaikanlage setzt man auch abseits der Mobilität wichtige Akzente zur effizienten Nutzung von Energie.

Fakten zur E-Mobilität

» Förderung: Für die Anschaffung von E-Nutzfahrzeugen (über 2,5 Tonnen) und Kleinbussen kann eine Förderung von bis zu 20.000 Euro lukriert werden. www.umweltförderung.at

» Die Anschaffung von E-Pkw für Betriebe wird vom Bund mit bis zu 1500 Euro gefördert. Von den Autoimporteuren wird ein Nachlass von bis zu 1500 Euro gewährt. Infos: www.umweltförderung.at

» Elektromobilitätsstrategie 2020: Bis 2020 sollen 500 zweispurige E-Nutzfahrzeuge in Vorarlberg im Einsatz sein. Auch aus lufthygienischen Gründen und aus Gründen der Lärmbelastung ist der Einsatz von E-Nutzfahrzeugen zu begrüßen.