390.000er-Marke im Land geknackt

Vorarlberg / 16.06.2017 • 18:22 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
390.000er-Marke im Land geknackt

Weniger Flüchtlinge: Bevölkerungswachstum hat sich im Vorjahr verlangsamt.

Bregenz. Vorarlberg wächst weiter. Ende März hatten laut jüngsten Zahlen der Landesstatistik erstmals über 390.000 Menschen einen Wohnsitz in Vorarlberg. Mit einem Plus von 3803 Personen (plus ein Prozent) auf exakt 390.294 hat das Bevölkerungswachstum wieder etwas an Dynamik verloren. Im März 2016 lag die Zunahme zum Jahr davor mit 5977 Personen auf einem Rekordhoch. Die aktuellen Zahlen dokumentieren den zweithöchsten Anstieg im Langzeitvergleich der letzten 20 Jahre. Deutlich abgenommen hat die Zuwanderung aus Krisenländern. Sie ist mit 722 Personen nur mehr ein Viertel so hoch wie ein Jahr davor (2990). Auch die Zahl der Flüchtlinge, die neu ins Land gekommen sind, ist stark zurückgegangen (von 636 auf 155).

Syrer sind größte Gruppe

In Vorarlberg leben aktuell 5017 Menschen aus den verschiedenen Krisengebieten der Welt (1,28 Prozent der Gesamtbevölkerung). 1716 von ihnen sind minderjährig, 547 davon Kinder im Vorschulalter. Speziell bei Zuwanderern aus Pakistan, Somalia, Afghanistan und dem Irak ist der Anteil an Männern überdurchschnittlich hoch. Die größte Gruppe bilden Syrer (2206; +237 zum Vorjahr) gefolgt von Afghanen (1706; +237); Irakern (581; -42) und Somaliern (374; +128).

Österreicher wandern ab

Vorarlberg wächst, weil mehr Menschen ins Land ziehen als das Bundesland verlassen, und gleichzeitig mehr Menschen geboren werden als sterben. Die Wanderungsbilanz (Saldo Zuzüge minus Wegzüge) liegt bei 2338 Personen, die Geburtenbilanz bei 1465. Der Großteil des Zuzugs geht auf das Konto von EU-Bürgern. Sie machen 60 Prozent der neuen Bewohner aus. Andererseits verlassen mehr Österreicher Vorarlberg als neu dazukommen. Die Abwanderung ist seit vielen Jahren zu beobachten und lag zuletzt bei 637 Personen.

Besonders beliebt ist Vorarlberg unverändert bei deutschen Staatsbürgern. Sie bilden mit 16.624 Bewohnern (plus 577) die größte Ausländergruppe im Land. Bei Türken ist eine andere Entwicklung festzustellen. Ihre Zahl hat zuletzt leicht abgenommen (-85). Mit 13.274 Personen ist die türkische Community die zweitgrößte im Land.

Das Bevölkerungswachstum in Vorarlberg fällt regional sehr unterschiedlich aus (siehe Grafik). Im Wesentlichen konzentriert es sich auf die Ballungszentren im Rheintal. Hier wurden innerhalb eines Jahres 2720 neue Hauptwohnsitze registriert, was gut 70 Prozent des gesamten Wachstums ausmacht. Auch Walgau (+446), Bregenzerwald (+374) und das Montafon (+177) sind deutlich gewachsen. Einzige Region mit einer negativen Bevölkerungsentwicklung ist das Große Walsertal (-53), wo noch 3472 Personen ihren Hauptwohnsitz haben.

Zuzug in Top-Ten-Gemeinden

Die bevölkerungsreichen Gemeinden des Landes wachsen, wie die jüngsten Daten der Landesstatistik zeigen, weiter stark. Mehr als jeder Zweite (212.112) wohnt in einer der Top-Ten-Gemeinden. Mit 48.986 Einwohnern ist Dornbirn mit großem Abstand die größte Kommune, gefolgt von Feldkirch (33.128) und Bregenz (29.717). Ebenfalls unter den Top-Ten: Lustenau (22.593), Hohenems (16.174), Bludenz (14.489), Hard (13.417), Rankweil (11.840), Götzis (11.491) und Lauterach (10.277).

Vorarlberg wächst deutlich schneller als noch vor Jahren prognostiziert. Die Statistik Austria hatte 2011 eine Bevölkerungsprognose für das westlichste Bundesland erstellt, die für 2030 von knapp über 400.000 Bewohner ausging. Bei der aktuellen Dynamik dürfte die 400.000er-Marke allerdings bereits zehn Jahre früher erreicht sein.

Fakten

Einwohner nach Staatsbürgerschaft (Hauptwohnsitze)

» Österreich: 323.399 (+657)

» Deutschland: 16.624 (+577)

» Türkei : 13.274 (-85)

» Bosnien/Herzegowina: 3571 (+38)

» Serbien: 2985 (+67)

» Kroatien: 2543 (+211)

» Ungarn: 2403 (+292)

» Syrien, Arab. Rep.: 2206 (+406)

» Rumänien: 2004 (382)

» Afghanistan: 1706 (+237)