Bürgerengagement zur Gestaltung der Heimat

Vorarlberg / 19.06.2017 • 19:42 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Das „Mitdafinerhus“ in der Gemeinde Zwischenwasser wird vom LEADER-Programm mitgetragen. Foto: VN
Das „Mitdafinerhus“ in der Gemeinde Zwischenwasser wird vom LEADER-Programm mitgetragen. Foto: VN

Oberländer LEADER-Region mit 26 Kommunen zieht positive Zwischenbilanz.

Rankweil. Seit der Gründung der LEADER-Region Vorderland-Walgau-Bludenz vor zwei Jahren hat sich einiges getan: Insgesamt 25 innovative Projekte aus den unterschiedlichsten Bereichen des täglichen Lebens wurden eingereicht. Zu dieser LEADER-Region zählen 26 Kommunen mit rund 82.000 Einwohnern zwischen Bludenz und Weiler (Grafik).

Zahlreiche engagierte Bürger

Auch über fehlendes Interesse der Bürger an Projekten oder Vorhaben kann man sich in der Rankweiler Geschäftsstelle nicht beklagen. „Ich hatte bereits viele engagierte Personen in meinem Büro, um deren Projektideen zu besprechen“, zieht Karen Schillig (45) als Geschäftsführerin eine positive Zwischenbilanz. Schillig geht davon aus, „dass da also noch einiges kommen wird“. Seit der offiziellen Anerkennung des LEADER-Programms im Juni 2015 wurden Projekte mit einem Gesamtbudget von 2,1 Millionen Euro eingereicht.

900.000 Euro Eigenmittel

Einige Projekte befinden sich gerade in der Umsetzung, andere konnten bereits erfolgreich abgeschlossen werden. 1,2 Mill. Euro kommen aus Brüssel und sind ein Beitrag der Europäischen Union. Die Projektträger selbst investieren insgesamt rund 900.000 Euro an Eigenmitteln in die Entwicklung ihrer Region und leisten somit einen wesentlichen Beitrag für die nachhaltige Verbesserung der Lebenssituation im ländlichen Raum.

Das geschieht mit ganz unterschiedlichen Projekten, sowohl was die Budgetsumme als auch die Themenvielfalt der Projekte betrifft. In den Rathäusern und Gemeindestuben der Region freut man sich freilich über die Bemühungen und das Geld aus der Europäischen Union. „In unserer Region tut sich was. Neue Initiativen und Netzwerke sind entstanden und auf gutem Weg“, meint Walter Rauch (55, VP) als Bürgermeister der Kleingemeinde Dünserberg und als Obmann der LEADER-Region. „Wir haben viele spannende und unterschiedliche Projekte, die unsere gesamte Region stärken und enger zusammenwachsen lassen.“

Vielseitige Schwerpunkte

Die verschiedenen Projekte nehmen laut Obmann Rauch („Der Bürger gestaltet seine Heimat“) ganz unterschiedliche Herausforderungen in Angriff. Kerngedanke dabei ist immer die Verbesserung der Lebensqualität in der Region sowie die weitere Steigerung der Standortattraktivität und die Bewältigung des demografischen Wandels, lautet der Tenor in der Geschäftsstelle in Rankweil. Andere Vorhaben befassen sich beispielsweise mit der Stärkung des Handwerks oder auch mit Maßnahmen zur Verbesserung der Integration von Jugendlichen mit Flucht­erfahrung.

Renaturierung eines Weihers

Darüber hinaus werden eine ganze Reihe von Projekten, darunter die Renaturierung des Montjola-Weihers in Thüringen oder die Erhaltung des letzten Triftgeländes im Bereich der Frutz in der Marktgemeinde Rankweil, über die LEADER-Region betrieben. „Solche Dinge können mit Unterstützung durch LEADER-Mittel verwirklicht werden.“ Zu den vielseitigen Schwerpunkten der LEADER-Region zählt ebenso die Problematik rund um leer stehende Gebäude. Allen Vorhaben gemeinsam sind freilich die aktive Einbindung der Bürger, die Nachhaltigkeit und der Mehrwert für die Region.

Neue Initiativen und Netzwerke befinden sich auf gutem Weg.

Walter Rauch, Bürgermeister
Bürgerengagement zur Gestaltung der Heimat

LEADER-Region

» Fördervolumen bis 2022: 3.865.000 Euro

» Fördersätze: 40, 60 oder
80 Prozent (für Kleinprojekte)

» Projekte können eingereicht werden von: Vereinen, NGOs, Einzelinitiativen, öffentlichen Einrichtungen oder Gemeinden

» Projekt muss die LEADER-Prinzipien berücksichtigen

» Bottom-up-Ansatz: Bürger gestalten ihre Heimat

» Innovative Projekte mit Vorzeigecharakter

» Regionaler Mehrwert

» Nachhaltigkeit

» Sektorübergreifende Zusammenarbeit und Schaffung von Netzwerken