Gelbe Pfeile machen Sauerei sichtbar

Vorarlberg / 20.06.2017 • 18:20 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Hunderte Pfeile machen auf größeren und kleineren Müll am Straßenrand aufmerksam (im Bild v. l. Siegele,  Lechner, Berchtold). Foto: VN/GMS
Hunderte Pfeile machen auf größeren und kleineren Müll am Straßenrand aufmerksam (im Bild v. l. Siegele,  Lechner, Berchtold). Foto: VN/GMS

Landesweite Kampagne gegen Littering startet in Feldkirch.

feldkirch. (VN-gms) Unachtsam weggeworfener Müll stellt in Vorarlberg ein riesiges Problem dar. Darauf möchte die Aktion „Gelbe Karte für weggeworfene Abfälle“ aufmerksam machen, die gestern im Rahmen einer Pressekonferenz in Feldkirch präsentiert wurde. Verschiedene Vorarlberger Gemeinden, den Anfang macht Feldkirch, werden nun den Müll im Aktionszeitraum deutlich ausweisen, statt ihn still und heimlich zu entsorgen, wie das die Regel ist. Einen Meter hohe gelbe Pfeile entlang von Straßen werden auf unachtsam weggeworfene Dosen, Zigarettenstummeln, Taschentücher und anderen Müll hinweisen und ihn so deutlich sichtbar machen. „Wir hoffen, dass manche umdenken oder sich überhaupt erst bewusst machen, welchen Schaden sie mit Littering anrichten“, erklärt der Mäderer Bürgermeister Rainer Siegele, der Obmann des Umweltverbandes.

2,5 Kilometer Müllsäcke

Eine Problemzone sind etwa die Landesstraßen, wie Peter Lechner von der Abteilung Straßenbau des Landes erklärt. Von drei Mal jährlich (in weniger dicht besiedelten Gebieten) bis sogar mehr als monatlich (im Ballungsgebiet Rheintal und Walgau) müssen die Straßenränder gereinigt werden, so auch vor Mäh- oder Bankettschälarbeiten. Dabei werden über 100 Tonnen Restmüll eingesammelt, die vom Land entsorgt werden müssen. „Würde diese Menge in übliche 40-Liter-Abfallsäcke abgefüllt, wäre die Sackreihe 2,5 Kilometer lang“, rechnet Lechner vor. Das verschlingt natürlich auch personelle Ressourcen der fünf Straßenmeistereien.

So beauftragt beispielsweise die Bregenzer Straßenmeisterei zusätzlich die Integra Vorarlberg im Ausmaß von über 1000 Stunden pro Jahr. Insgesamt liege der Aufwand für Personal, Fahrzeuge und Entsorgung bei 200.000 Euro.

610.000 Euro Kosten

Auch für eine Kommune wie Feldkirch fallen durch unachtsam weggeworfenen Müll beträchtliche Kosten an. Bürgermeister Wilfried Berchtold beziffert die Summe mit über 610.000 Euro. So wurden 2016 von den „Wegmachern“ 17.200 Arbeitsstunden geleistet und auch die Straßenkehrmaschinen waren 840 Stunden im Einsatz. 163 Tonnen Straßenmüll haben sich dabei summiert. Allein am Kapfweg und in der Hohlen Gasse, den beiden Straßen von der Vorarlberghalle zum Landeskrankenhaus Feldkirch, sind, erklärt der Bürgermeister, in vier Wochen fünf 40-Liter-Säcke mit illegal entsorgtem Müll eingesammelt worden.

Die Straßen wurden jetzt mit den gelben Pfeilen versehen und sollen so das Problem anschaulich machen. „Dieses tägliche Ärgernis beeinträchtigt das Stadtbild“ ärgert sich Berchtold. Ihm sind gerade unachtsame Raucher ein Dorn im Auge: obwohl die Stadt sehr viele Aschenbecher in der Innenstadt platziert habe, würden Zigarettenstummel einfach weggeschmissen. Berchtold reicht es jedenfalls. Er fordert vom Land die Möglichkeit, mit Sanktionen gegen Müllsünder vorzugehen. „Es braucht nicht mehr nur die gelbe Karte, es muss auch eine rote folgen können“, macht er seinem Unmut Luft. Unzählige Bewusstseinskampagnen hätten nicht gereicht, meint das Feldkircher Stadtoberhaupt. Laut Umweltverband-Obmann Siegele soll das auch bald möglich werden. Er möchte dabei aber eine zwischen den Gemeinden akkordierte landesweite Regelung, um Ungleichmäßigkeiten zu vermeiden.

Mäder folgt auf Feldkirch

In Feldkirch ist der Müll aktuell ausgeschildert. Als nächstes wird Mäder und darauf weitere Gemeinden folgen. Interessierte Kommunen können die Pfeile beim Umweltverband kostenlos für mehrere Wochen ausleihen.

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Name Nachname

Standorte der Pfeile

19. Juni bis 7. Juli: Felkirch

10. bis 30. Juli: Mäder

31. Juli bis 18. August: Bludenz

21. August bis 8. September: voraussichtlich Hohenems

11. bis 29. September: Rankweil

2. bis 20. Oktober: Lustenau