Die Verpackung macht’s

Vorarlberg / 21.06.2017 • 21:57 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Neu verpackt: Ernst Marte (Tann Dornbirn) mit den Rinderzüchtern Josef Böckle und Michael Hofer. VN/HB
Neu verpackt: Ernst Marte (Tann Dornbirn) mit den Rinderzüchtern Josef Böckle und Michael Hofer. VN/HB

Spar investierte 200.000 Euro in eine neue Verpackungs­technologie für Rindfleisch.

Dornbirn. (VN-ger) Das mit dem Rindfleisch war für Ernst Marte die bislang schwierigste Geburt: „Es war verdammt viel Arbeit, bis ich die Rinderbauern überzeugen konnte, dass Spar und Tann ein fairer Partner sind“, erinnert sich der Leiter von Tann Dornbirn an die Anfänge zurück. Mittlerweile stammen 1000 der insgesamt 4000 Tiere, die pro Jahr vom Spar-Vorarlberg-Fleischproduktionsbetrieb vermarktet werden, von Vorarlberger Landwirten. Doch nicht nur der Inhalt, auch die Verpackung zählt immer mehr.

Neue Technik

Spar Vorarlberg hat unlängst knapp 200.000 Euro in eine sogenannte Skin-Packmaschine investiert. Damit wird den Vorarlberger Filetsteaks, Filetspitzen, Rumpsteaks, Ribeyesteaks, Huftsteaks und Chucksteaks seit vier Wochen mittels Folie und Vakuum eine Art zweite Haut (engl. skin) verpasst. Der Clou an der Sache? „Drei Tage nach der Schlachtung werden die Edelteile, sprich alle Steakstücke portioniert und kommen sofort in diese Packung. Darin werden sie bei uns mindestens 14 Tage vorgereift. Anschließend sind sie nochmals 14 Tage haltbar. Wenn das Fleisch richtig gelagert wird, wird es immer besser“, erläutert Marte. Andreas Hermann, Bereichsleiter für Fleisch und Fleischerzeugnisse bei der AMA, geht sogar noch einen Schritt weiter. „Ich esse das Fleisch auch gerne, wenn es zwei bis drei Wochen über das Mindesthaltbarkeitsdatum hinaus im Kühlschrank liegt. Damit es wirklich gut abgelegen ist, was mit dieser Verpackungstechnologie durchaus möglich ist“, sagt er.

21 Landwirte

Derzeit liefern 21 Vorarlberger Landwirte Rindfleisch an Tann, geschlachtet wird in Dornbirn. Landwirtschaftskammerpräsident Josef Moosbrugger spricht von einem „Vorzeigeprojekt, so wie wir uns eine Partnerschaft mit professionellen Handelsunternehmen wünschen und auch in Zukunft weiterentwickeln können“. Und er sieht noch Potenzial. „Wenn man die Kälber vermehrt in Vorarlberg zur Verfügung stellen könnte, dann wäre das eine Entwicklungen, wo sich der Kreislauf stärker schließen kann“, merkt Moosbrugger an.

Es gäbe noch Potenzial, wenn man mehr Kälber in Vorarlberg zur Verfügung stellen könnte.

Josef Moosbrugger