Millioneninvestition im Rappenloch

Vorarlberg / 21.06.2017 • 21:12 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Dem Staufensee droht seit dem Felssturz die Verlandung. Foto: HA
Dem Staufensee droht seit dem Felssturz die Verlandung. Foto: HA

Geplante Baumaßnahmen in der Schlucht werden von Grünen und Neos abgelehnt.

Dornbirn. (ha) Seit dem Felssturz im Rappenloch vor sechs Jahren hat sich im Kernbereich der Schlucht geologisch einiges geändert. Die Stadt plant nun umfangreiche Sanierungsmaßnahmen, auch um den Staufensee zu erhalten. Grüne und Neos melden Bedenken an, weil sie vermuten, dass die Baumaßnahmen auch private Interessen berücksichtigen.

Als im Mai 2011 die Rappenlochbrücke von einem Felssturz in die Tiefe gerissen wurde, wurde auch das Bett der Ebniter Ache teilweise von Gesteinsmassen verlegt. Die Folge war, dass ein Kleinkraftwerk in der Staumauer des Staufensees seinen Betrieb einstellen musste. Wegen der Erhöhung des Flussbettes kann auch der Stausee nicht mehr gespült werden, was zur langsamen Verlandung führt. Aus Sicherheitsgründen musste auch der seit mehr als 100 Jahren bestehende Schluchtenweg neu angelegt werden. Um die alten Verhältnisse wenigstens teilweise wieder herzustellen, plant die Stadt aufgrund eines geologischen Gutachtens umfangreiche Baumaßnahmen. So soll ein rund 70 Meter langer Kanal unterhalb des Staufensees ausgebaggert werden, um dessen Entleerung von Schlamm und Geröll wieder zu ermöglichen. Dann könnte auch das Kleinkraftwerk wieder in Betrieb genommen werden.

„Völlig überflüssig“

Die Grünen und die Neos beurteilen das Bauvorhaben allerdings kritisch. „Diese Maßnahmen kosten nicht nur viel Geld, sie sind zum jetzigen Zeitpunkt völlig überflüssig und gefährden das Naturdenkmal Rappenloch“, lehnen Stadträtin Juliane Alton (Grüne) und Neos-Stadtvertreter Gerald Loacker das Projekt ab. Sie sind der Meinung, dass die notwendige Entlandung des Staufensees auch auf ökologisch verträgliche Weise erfolgen kann. Auch geplante Felssprengungen bei der Pionierbrücke, die als Ersatz für die alte Brücke über die Schlucht gespannt wurde, sind ihrer Ansicht nach derzeit nicht sinnvoll.

Alton und Loacker vermuten außerdem, dass von den geplanten Maßnahmen der Betreiber des Kleinkraftwerks auf Kosten der Steuerzahler profitieren würde. Sie fordern deshalb, den Tagesordnungspunkt „Gesamtprojekt Rappenlochbrücke-Staufensee“, der heute Abend in der Stadtvertretung diskutiert werden soll, abzusetzen. Bürgermeisterin Andrea Kaufmann will sich erst auf der Sitzung dazu äußern.