Gutes aus der Altstadt?

Vorarlberg / 22.06.2017 • 20:06 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Michael Kersch­baumer
Michael
Kersch­baumer

Feldkirch. Das Gutwinski in Feldkirch war ein weiteres Restaurant, das sich schon länger auf meiner To-do-Liste befand. Als wir kürzlich am Samstag durch den Feldkircher Bauernmarkt schlenderten, beschlossen wir spontan, einen Abstecher in die nahegelegene Rosengasse zu machen, um hoffentlich ohne Reservierung einen der begehrten Tische im Gastgarten zu ergattern. Fortuna war uns wohlgesonnen und wir erhielten unseren Tisch unter dem schönen, hellen Sonnensegel, das den ganzen Gastgarten überspannt. Zusammen mit der weißen Tischwäsche und den schön eingedeckten Tischen eine wirklich edle Oase in der Feldkircher Altstadt.

Edel geht es auch im Inneren des Gebäudes weiter. Eine wirklich tolle Kombination der alten Bausubstanz mit modernen Elementen. Die Speisekarte ist sehr innovativ und bietet eine Auswahl von nationalen und internationalen Gerichten. Ein Blick auf die Weinkarte lohnt sich auch. Eine sehr tolle Auswahl – auch im Offenausschank.

Garnele confiert mit Spargelsalat, Avocado-Crème, eingelegte Pilze (13,80 Euro) steht für meine Begleitung auf dem Bestellblock, Dreierlei mit Bärlauch-Panna-Cotta, Jamon, Spargel gebacken, Aioli, Kaninchenravioli, Spargel-Tomatenchutney (14,80 Euro) für mich. Die Kreationen klangen spannend, waren sehr schön angerichtet, geschmacklich allerdings unspektakulär. Die Avocado-Crème hätte einen Spritzer Zitrone vertragen, um eine Braunfärbung zu vermeiden und die Crème, die auf meinem Teller war, hatte mit Aioli nicht wirklich was zu tun. Die Kaninchenravioli punkteten aber voll.

Die Hauptspeisen, gebratenes Lachssteak mit getrüffelter Pasta, grünem Spargel und Rucola (25,80 Euro) sowie Lammhüfte Sous-vide gegart, Bärlauchkruste, Gnocchi, Tomate, Artischocke, Portweinjus (27,80 Euro), überzeugten etwas mehr. Der Lachs auf den Punkt gebraten und eine gut abgestimmte Trüffelpasta. Das Lamm hätte den Vakuumbeutel und das Wärmebad aber etwas früher verlassen dürfen, denn es war schon eher auf der trockenen Seite. Eine Nachspeise hatte dieses Mal noch locker Platz. Wir entschieden uns für zweierlei Schokolademousse, halbflüssigen Schokoladekuchen, Brombeershot (9,80 Euro) und Käsespezialitäten mit Feigensenf und Schnifner Sennereibutter (14,60 Euro). Die Desserts waren gut. Besonders die tolle Käseauswahl. Fazit: tolle Location, freundliches Service-Team. Bei den selbstbewussten Preisen hat die Leistung sicher noch etwas Luft nach oben.

Der gebürtige Feldkircher Michael Kerschbaumer (Jg. 1968) arbeitete 15 Jahre als Koch in der internationalen Hotellerie und im Airline Catering, bevor er sich zum Wirtschaftsinformatiker Fachrichtung Qualitätssicherung ausbildete.

Gutwinski Hotel & Restaurant, Rosengasse 4-6, Feldkirch,
Tel. 05522 72175