Lange Haftstrafen für zwei Kriminaltouristen

Vorarlberg / 23.06.2017 • 22:25 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Einer der Angeklagten wird zur Verhandlung geführt.  Foto: Eckert
Einer der Angeklagten wird zur Verhandlung geführt. Foto: Eckert

24.000 Euro Beute und zudem 20.000 Euro Schaden: Zwei Rumänen müssen hinter Gitter.

Feldkirch. (ec) Ziel der Einbruchstour war Frankreich, doch in Österreich blieb das Auto des Ganovenduos liegen, es wurde kurzfristig umdisponiert. Wie sich in der Folge herausstellte, war in Niederösterreich und Vorarlberg auch einiges zu holen. Die Masche war immer dieselbe: Entweder mit einem Stein die Scheiben einschlagen oder Türen aufbrechen. Der 19-Jährige hat mit fünf einschlägigen Vorstrafen beinahe so viel Erfahrung wie der 38-jährige Rumäne mit seinen fünf Verurteilungen. Die Spur der Einbrecher zieht sich quasi durch ganz Europa. Mit ihrer Verurteilung am Landesgericht Feldkirch am Freitag ist sie vorläufig zu Ende. Der ältere der beiden wird zu fünfeinhalb Jahren Haft verurteilt, der 19-Jährige zu sechs Jahren. Letzterer hat noch drei Jahre aus einer früheren Verurteilung offen. „Das heißt für mich neun Jahre Gefängnis?“, hakt er bei Urteilsverkündung nochmals nach.

Socken statt Handschuhe

Während der Erstangeklagte reinen Tisch macht und den Ex-Komplizen auch belastet, will dieser nur vier von dreizehn Einbrüchen begangen haben. Statt Handschuhe verwendeten die Männer Socken, um möglichst keine Spuren zu hinterlassen. „Handschuhe hatten wir keine“, gibt einer zu Protokoll. Sie nahmen aus den Privathäusern mit, was sie gebrauchen konnten. Schmuck, ein digitales Lasermessgerät, Geld, Porzellanservice. „Wir haben die Sachen in Berlin einem Türken verkauft“, räumt der Ältere ein. „Ich war da gar nicht dabei und ich habe auch nie etwas von der Beute bekommen. Im Gegenteil, ich wurde gezwungen, mitzumachen“, behauptet der jüngere Angeklagte.

Ausgeliefert

Als die Fahnder ausreichend Beweise, darunter Fußabdrücke und DNA-Proben, gesichert hatten, wurde ein europäischer Haftbefehl erlassen, ihr Heimatland Rumänien lieferte die beiden Männer aus. „In Frastanz wurden die Einbrüche beispielsweise in einem Umkreis von 500 Metern verübt“, ist für Richter Andreas Böhler ganz offensichtlich, dass die beiden hinter allen angeklagten Einbrüchen stecken. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.