Tagebücher und Zeltfestführer

Vorarlberg / 23.06.2017 • 18:12 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Ein SMS von Christian Konrad voll des Lobes für LH Wallner.  APA
Ein SMS von Christian Konrad voll des Lobes für LH Wallner.  APA

Dickes Lob. Dass Vorarlberg bundesweit vielfach als Vorbild gilt, ist gemeinhin bekannt. Geht man vom Inhalt einer SMS aus, so ist dies auch im Bereich der Flüchtlingsarbeit so. LH Markus Wallner (49, VP) zeigte sich jedenfalls erfreut über eine Kurznachricht, die ihm der ehemalige Flüchtlingskoordinator und Raiffeisen-General Christian Konrad (73) zusandte: „Gratuliere von Herzen zur Präsentation der Nachfolge-Nachbarschaftshilfe. Ein Lichtblick christlich-sozialer Integrationspolitik! Danke!“, sparte Konrad in seiner SMS nicht mit dickem Lob für Wallner & Co. Grund dafür bildete die Vorstellung der Nachfolge der Nachbarschaftshilfe durch Sicherheitslandesrat Erich Schwärzler (64, VP) und Barbara Schöbi-Fink (56, VP) als Vizebürgermeisterin von Feldkirch.

 

Zugtagebuch. Dass sich Mobilitätslandesrat Johannes Rauch (58, Grüne) zu den begeisterten Zugfahrern zählt, ist nicht nur beruflich bedingt. Seit Kurzem versucht Rauch, seine Leidenschaft via Tagebuch in sozialen Medien zu dokumentieren. Im ersten Teil widmet er sich etwa dem Fahrkartenautomat: „Bei den ÖBB habe ich mich über die Apparate schon aufgeregt, aber geholfen hat das bisher nichts. Jetzt sollen neue kommen, aber die sind leider keinen Deut besser.“ Ein andermal schreibt Rauch: „,Nächster Halt Sulz-Röthis‘. Kinder fragen manchmal, wie sich die Frau, die da spricht, alle Stationen von Bludenz bis Bregenz merken könne.“ In Altach denkt er an Fußball und hässliche Bahnhöfe und in Hohenems an Erfolgsautor Michael Köhlmeier (67) und das Jüdische Museum von Direktor Hanno Loewy (56). Dies veranlasste den Hohenemser Marketingmann Dieter Heid­egger (48), Rauch einzuladen: „Wir haben mehr als den sehr geschätzten Köhlmeier und das Ausnahme-Museum.“

 

Festführer. Nahende Wahltermine sorgen seit jeher für eine stärkere Präsenz von Politikern. Auch im Bereich jubilierender Vereine wird die auf 15. Oktober vorgezogene Nationalratswahl spürbar. Ein Beispiel dafür lieferte das 70-jährige Bestandsjubiläum des Musikvereins Fraßenecho in Raggal, das die Musikanten unter dem Motto „Huat ob“ mit einem dreitägigen Fest feierten. Beim Festumzug dürfen in Wahlkampfzeiten auch die Landespolitiker nicht fehlen. Dass mit dem Bludenzer Joachim Weixlbaumer (49, FP) und dem Brandner Christof Bitschi (26, FP) gleich zwei blaue Landtagsabgeordnete als Festführer im Einsatz waren, sorgte auf der Ehrentribüne für erstaunte Gesichter. Vor allem Sicherheitslandesrat Erich Schwärzler (64, VP) sei darüber not amused gewesen, hieß es in Raggal. Zumal sich der Abgeordnete Josef Türtscher (56, VP) als Lokalmatador hatte entschuldigen lassen. Offenbar, so böse Zungen, wollte Türtscher dadurch einer Spende als Festführer entgehen. Vielleicht fehlte der Segen des neuen VP-Chefs Sebastian Kurz (30), ätzten Blaue hinter vorgehaltener Hand in Anspielung auf die neue Parteihierarchie in der Volkspartei.

Zitate der Woche

Die Vorarlberger sind seit 25 Jahren Weltmeister in der Aufklärung von Delikten.

Konrad Kogler, Sicherheits­direktor, im VN-Interview

 

Wir stehen vor einer Wahl, die wir nicht wollten. Lasst euch von Umfragen nicht irremachen.

Johannes Rauch, Grüne,
bei Parteiversammlung

 

Das Produzieren von Schlagzeilen, wird weder unseren Kindern helfen, noch Immigrationsfragen lösen.

Christian Kern, SP, Kanzler

 

Wer die Freiheitlichen nicht will, muss Grün wählen, wir machen nicht blau.

Ulrike Lunacek, Grüne,
designierte Parteichefin