Auf direktem Weg zu seinen „Schäfchen“

Vorarlberg / 26.06.2017 • 20:01 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Pfarrer Lukas Bonner inmitten seiner „Schäfchen“ in der Volksschule. Foto: vn/hp
Pfarrer Lukas Bonner inmitten seiner „Schäfchen“ in der Volksschule. Foto: vn/hp

Nach St. Gallenkirch übernimmt Pfarrer Bonner auch Partenen und Gaschurn.

St. Gallenkirch. (VN-hp) Nach knapp einem Jahr Wirkungszeit in St. Gallenkirch spricht Pfarrer Lukas Bonner übers Ankommen, große Unterstützung, seinen Alltag und kommende Veränderungen.

Lieber Herr Pfarrer, wie wohl fühlt sich ein Frastanzer im Innermontafon? Oder besser: Sind Sie mit der Inner­fratte schon per Du?

lukas bonner: Es war immer mein großer Wunsch, einmal im Montafon tätig sein zu können. Ich fühle mich sehr, sehr wohl in meinem neuen Umfeld. Die Menschen sind sehr freundlich, hilfsbereit und dankbar. Und ja, mit der Innerfratte bin ich per Du, auch wenn mein Dialekt noch verrät, dass ich aus dem Walgau stamme.

Ihnen obliegen aktuell die Belange der Pfarre St. Gallenkirch; ab Herbst kommen die Pfarren Gaschurn und Partenen hinzu.

lukas bonner: Es ist auf jeden Fall eine große Herausforderung. Da ich selber bisher nur ‚kirchlich behütete‘ Pfarrsituationen erlebt habe, werde ich, genauso wie die Pfarren, neue Erfahrungen sammeln müssen. Dankbar bin ich, dass viele engagierte Frauen und Männer an meiner Seite stehen und sich auf irgendeine Art und Weise mit ihren Talenten einbringen. Dankbar bin ich für die Kirchenräte und die Sekretärin, mit denen ich mich beraten kann, und auch für die guten Kontakte zu den politischen Gemeinden. Natürlich wird es in den Pfarren St. Gallenkirch, Gaschurn und Partenen zu Veränderungen kommen, und manches Gewohnte und Liebgewonnene wird sich verwandeln. Ganz wichtig ist mir jedoch, dass alle Gemeinden am Wochenende eine Eucharistiefeier haben.

In wenigen Tagen werden Sie ins sanierte Pfarrhaus in St. Gallenkirch einziehen, dort wohnen und arbeiten.

lukas bonner: Ich bin sehr froh und dankbar, dass der Kirchenrat und viele andere dafür Sorge getragen haben, dass das Pfarrhaus zweckmäßig erneuert werden konnte. Ich sage deshalb gerne, es ist nicht das Pfarrhaus, sondern das Pfarrgemeindehaus. Neben meinen privaten Wohnräumen sind ja auch das Pfarrbüro und der Pfarrsaal in diesem Haus untergebracht. Es soll ein Ort der Begegnung sein.

Gibt es eine Pfarrersköchin oder gehören Kochen, Waschen, Bügeln etc. zum Alltag des Pfarrers?

lukas bonner: Die Zeiten einer klassischen ‚Häuserin‘, wie man die Pfarrhausfrauen auch nennt, sind vorbei. Ich fühle mich auch noch viel zu jung für eine ständig im Haus lebende Haushälterin. Waschen und bügeln kann ich. Kochen im Notfall auch, aber ich bin dankbar, dass z. B. im Kloster Mariahilf immer ein Teller für mich übrig ist. Zum Saubermachen wird sich vielleicht jemand finden.

Man sieht Sie mitten im Geschehen – mit der Frauenbewegung auf der Skipiste, mit dem Bürgermeister in Sachen Fasching unterwegs oder in der Volksschule beim Religionsunterricht. Wie sehen und leben Sie Ihre Rolle als Pfarrer?

lukas bonner: Der ungezwungene Kontakt mit den Leuten ist mir sehr wichtig. Kirche soll anfass- und ansprechbar sein. Dazu ist es notwendig, möglichst alle Alters- und Gesellschaftsstufen zu erreichen. Dazu nutze ich die Skipiste genauso wie die Schule. Es darf auch jeder wissen, dass der Pfarrer für einen Spaß zu haben ist. Auch die Leute, die nur mehr sporadisch zur Kirche gehen, sollen das Gefühl haben, dass ich mich gerne mit ihnen beschäftige – und dass sie mir wichtig sind. So ist auch die Kontaktaufnahme bei Taufen oder Sterbefällen viel unkomplizierter. Aus diesem Grund gehe ich auch ganz bewusst – meistens zumindest – den Weg in die Schule oder ins Pflegeheim zu Fuß, sodass ich unterwegs noch mit den Leuten auf der Straße ins Gespräch kommen kann. Und ein bisschen genieße ich es auch, wenn ich mich mit den Kindern auf dem Spielplatz austoben kann.

Zur Person

Lukas Bonner

ist Pfarrer in St. Gallenkirch

Geboren: 16. Mai 1985

Hobbys: Lesen, Wandern, Reisen, Skifahren, Singen

Lebensmotto: Du sollst ein Segen sein.

Zuständigkeit

St. Gallenkirch, ab September auch Gaschurn, Partenen

Leitung: Lukas Bonner

Team: Pfarrer Joe Egle, Pfarrkirchenräte und überpfarrliches Beratungsgremium

Pfarrbüro: Martha Heel

Kontakt und Infos:
St. Gallenkirch: Tel. 05557 6213, pfarramt.stgallenkirch@gmx.at

Gaschurn, Partenen: Tel. 05558 8240, pfarramt.gaschurn@aon.at