Im Rausch viel zu rasant

Vorarlberg / 27.06.2017 • 22:26 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Zu schnell, zu viel Promille: 3750 Euro Strafe für Alkoholunfall mit fünf Verletzten auf der Rheintalautobahn.

Dornbirn. (VN-gs) Der junge Mann drückte in der Julinacht auf der Rheintalautobahn kräftig aufs Pedal. Zu kräftig. So war er mit 140 Sachen statt mit den des Nachts erlaubten 110 km/h unterwegs. Im Blut hatte er zudem 1,08 Promille.

Dann, auf Höhe Dornbirn, kam es schließlich zum Malheur. Zu knapp überholte er das Auto einer 28-jährigen Lenkerin, zwang sie zu einer Vollbremsung, schleuderte dann mit seinem eigenen Wagen zunächst gegen die Mittelleitplanke und dann gegen die rechte Leitplanke. Insgesamt fünf Personen erlitten bei dem Unfall Verletzungen, unter ihnen auch die ins Abseits gedrängte Autofahrerin.

Von „Prellungen und Rückenschmerzen“ spricht sie bei der späteren Verhandlung am Bezirksgericht Dornbirn. Und von 1900 Euro Schmerzengeld, das ihr mittlerweile zugesprochen wurde. „Auch die Reparatur meines lädierten Autos ist inzwischen von der Versicherung des Beschuldigten vollständig bezahlt worden“, gibt sie gegenüber Richter Frank Plasinger an.

Teure Folgen

Der Totalschaden am eigenen Fahrzeug schlug sich für den schuldigen Unfalllenker mit 25.000 Euro zu Buche. Dann noch Führerscheinentzug und Verwaltungsstrafe. Doch das ist noch nicht alles. Wegen grob fahrlässiger Gefährdung und Körperverletzung muss er sich jetzt auch vor dem Gericht verantworten.

Von Schuldbewusstsein scheint er jedoch nicht geprägt zu sein. Vielmehr gibt er an, durch ein falsches Verhalten der überholten Fahrerin selbst in Bedrängnis geraten zu sein und „überreagiert“ zu haben.

Doch sowohl der Kfz-Sachverständige Christian Wolf wie auch der Richter erkennen statt einer „Überreaktion“ vielmehr „falsche Abwehrmaßnahmen“. Der Unfalllenker wird im Sinne der Anklage zu einer Strafe von 3750 Euro in 150 Tagessätzen verurteilt. „Diese Höhe wäre beim Landesgericht Feldkirch noch die Mindeststrafe für dieses Vergehen gewesen“, spricht der Richter dem Verurteilten noch ins Gewissen. Letzterer ersucht um drei Tage Bedenkzeit.