Eine neue Frau an der Seite von Kurz

Vorarlberg / 29.06.2017 • 19:50 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Eine neue Frau an der Seite von Kurz

Die Bregenzerin Veronika Marte wird am Samstag zur Stellvertreterin von ÖVP-Chef Kurz gewählt.

Bregenz. (VN-mip) Einer ist Landeshauptmann, eine führt die Casinos in Österreich, eine sitzt in der steirischen Landesregierung und eine ist seit einem Jahr Stadträtin in Bregenz. Veronika Marte ist 35 Jahre alt, Volksschullehrerin, und seit 2008 Teil der ÖVP. Nun, neun Jahre später, rückt sie in die Führungsriege ihrer Partei auf. Veronika Marte wird am Samstag beim ÖVP-Bundesparteitag in Linz zu einer von vier Stellvertreterinnen von Bundesparteiobmann Sebastian Kurz gewählt. Zusammen mit Kurz, Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer, Casinos-Vorständin Bettina Glatz-Kremsner und der steirischen Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl wird sie damit vor allem inhaltlich die ÖVP beeinflussen.

Als Stadträtin für Soziales und Gesundheit möchte sie sich in der Bundespartei ebenfalls um diese Themen kümmern, wie Marte im Gespräch mit den VN erklärt. „Auch Familie, Kinder und Jugend fallen unter meine Schwerpunkte“, fährt sie fort. Wer die Themensetzung einer Bundespartei mitbestimmt, wird rasch zum beliebten Adressat von Wünschen. Kaum sei ihre Nominierung in der Zeitung verkündet worden, hätten sich erste Interessenvertreter gemeldet. Marte sieht das positiv: „Ich habe schon einige interessante und spannende Projekte kennengelernt.“ Sie freue sich jedenfalls auf die inhaltliche Arbeit.

Programmarbeit

Auf Nachfrage wollte sich Marte inhaltlich noch nicht ausführlich äußern: „Wir arbeiten derzeit am Parteiprogramm, aber natürlich werden wir einige Inhalte übernehmen. Es war ja bisher nicht schlecht. Vieles hängt davon ab, wie man das Programm nach außen präsentiert.“ Ein Thema bleibe die Mindestsicherung. „Unser Ziel muss sein, so vielen Menschen wie möglich gute Bildung zu ermöglichen, damit sie erst gar nicht in die Mindestsicherung kommen. Da hilft sicher die Ausbildungspflicht bis 18.“ Zur Ehe für alle sagt die neue ÖVP-Vizechefin: „Man kann über alles diskutieren. Eigentlich ist es am Standesamt schon möglich, und zwar mit den gleichen Rechten. Kirchlich können wir das ja nicht bestimmen.“ Grundsätzlich plädiert Marte für bundesweite Lösungen: „Ich finde einheitliche Regeln nicht schlecht.“

Politisch wie privat bleibt Marte vorerst in Bregenz. „Ich bin extrem gerne Stadträtin. Außerdem habe ich ein dreijähriges Kind, mein Lebensmittelpunkt ist hier.“ Ihr Name wird zwar auf der ÖVP-Liste für die Nationalratswahl aufscheinen, allerdings an einer nichtwählbaren Stelle. Die Volkspartei befindet sich derzeit mitten in der Listenerstellung. Im Regionalwahlkreis Süd tritt Karlheinz Kopf als Spitzenkandidat an, den Kreis Nord wird vermutlich wieder Norbert Sieber anführen. „Auf der Landesliste wird wohl eine Frau an der Spitze stehen“, hält Marte fest. Namen nennt sie nicht. „Wir befinden uns gerade in Gesprächen.“

Ihre Antwort auf die obligatorische Koalitionsfrage? „Die stärkste Partei wird mit der Regierungsbildung beauftragt. Wir gehen davon aus, dass wir das sind. Dann setzen wir uns mit allen Parteien zusammen und schauen, wo es die meisten Übereinstimmungen gibt. Ausschließen darf man niemanden.“

Auf der Landesliste wird wohl eine Frau an der Spitze stehen.

Veronika Marte
Eine neue Frau an der Seite von Kurz
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Zur Person

Veronika Marte

wird am Samstag zur Stellvertreterin von ÖVP-Chef Sebastian Kurz gewählt.

Geboren: 21. Februar 1982

Ausbildung: Matura, Kolleg HAK Bregenz, Pädak Feldkirch, jetzt Lehrerin

Laufbahn: Stadträtin in Bregenz, stv. Landesobfrau der JVP, Vorsitzende des Familienbunds