Naturschützer lassen Kanis brennen

Vorarlberg / 13.07.2017 • 19:26 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Mit Mahnfeuer und Kanisfluh-Ausstellung gegen den geplanten Steinbruch.

Bregenz. (VN-ger) Am Samstag in einer Woche steht die Kanisfluh in Flammen. Denn ebenso hoch wie die gelbrot leuchtenden Zungen gehen derzeit die Emotionen beim Thema Steinbruch am Fuße des Bregenzerwälder Berges. Die Firma Rüf hat in dieser Woche bei der BH den Antrag auf Einleitung des Verfahrens gestellt.

Mit einer Lichterkette wollen der Vorarlberger Naturschutzbund, der Alpenverein und der Alpenschutzverein gemeinsam mit der Bürgerinitiative „Üsa Kanis“ am 22. Juli ein Zeichen gegen das geplante Projekt setzten. „Beobachter der Mahnfeuer sind ab etwa 20.30 Uhr auf die Terrasse des Berghauses Kanisfluh auf der Schnepf­egg eingeladen“, erläutert Naturschutzbund-Obfrau Hildegard Breiner. Ebenfalls in Vorbereitung befindet sich die Kunstausstellung „Üsa Kanis“ in Alps Hoamat in Mellau, die am Donnerstag, 27. Juli, um 19 Uhr aus der Taufe gehoben wird. Die Eröffnungsrede hält Primar Reinhard Haller zum Thema „Der Einfluss der Landschaft auf den Menschen – und des Menschen auf die Landschaft“.

60 bis 180 Lkw-Fahrten

Die Pläne sehen vor, dass im Bereich Vorsäß Enge rund 800.000 Kubikmeter Kies abgebaut und die Grube anschließend wieder mit Aushubmaterial befüllt wird. Insgesamt sollen sich die Arbeiten über 30 Jahre erstrecken. Laut Rüf sind im Durchschnitt 60 Lkw-Fahrten pro Tag vorgesehen, maximal möglich seien „an einzelnen Tagen“ 180. Während sich der Standort für die Betreiber als bestmögliche Lösung darstellt, steht für die Naturschutzorganisationen fest: „Die Kanisfluh ist nicht irgendeine Landmarke, sondern das einmalige Wahrzeichen der Talschaft Bregenzerwald und des ganzen Landes Vorarlberg.“ Das markante Bergmassiv sei nicht zuletzt für seinen Artenreichtum an Alpenpflanzen und für selten vorkommende Vogelarten, die Südseite auch für 1000 Schmetterlingsarten berühmt. „Die Steinbockrudel werden von Bergwanderern bewundert und sind für die Tourismuswerbung ein beliebtes Sujet. Doch Lärm und Beunruhigung würden sie umgehend vertreiben“, befürchten Breiner und ihre Kollegen.

Die Firma Rüf wiederum verweist auf die Variantenprüfung, bei der unter anderem der Verkehr, die gesetzliche Machbarkeit und die Staub- und Lärmbelastung unter die Lupe genommen worden seien: „Wir haben uns schon Gedanken gemacht, warum wir dort hingehen“, versichert Christoph Rüf.

Die Kanisfluh ist nicht irgendeine Landmarke, sondern das einmalige Wahrzeichen der Talschaft.

Hildegard Breiner

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