Kein diebischer Kirchenrat

Vorarlberg / 27.07.2017 • 22:15 Uhr / 2 Minuten Lesezeit
Die angeblich gestohlene Votivtafel befand sich in Reparatur.
Die angeblich gestohlene Votivtafel befand sich in Reparatur.

Angeblicher Votivbilddiebstahl in Schwarzenberg löste sich in Wohlgefallen auf.

Schwarzenberg. „Eine bislang unbekannte Täterschaft entfernte das Schutzgitter bei einem Bildstock in Schwarzenberg, Parzelle Hag. In weiterer Folge stahl die Täterschaft die Votivtafel und das Eisengitter“, hieß es in einer öffentlichen Mitteilung der Polizei am Mittwoch.

Also die frevelhafte Tat eines diebischen Sammlers von religiösen Bildnissen? Mitnichten. Denn am gestrigen Donnerstag kam sogleich der polizeiliche Widerruf: „Bei der Anzeige handelt es sich um einen Irrtum.“

Eine fromme Tat

Tatsächlich verbarg sich hinter dem mysteriösen Verschwinden der Votivtafel kein kriminelles Motiv. Es war vielmehr so, dass einem aufmerksamen Mitglied des Schwarzenberger Kirchenrats beim Vorbeigehen am Bildstock Beschädigungen am Rahmen des Bildes ins Auge stachen. Als pflichtbewusster Angehöriger der frommen Runde teilte er dies sogleich dem Kirchenrat mit, der umgehend die Reparatur des Votivrahmens beschloss.

Gesagt, getan. Das Schutzgitter wurde entfernt, die Votivtafel ebenso und zur Beseitigung der unansehnlichen Schäden in die nächste Tischlerei gebracht.

Nun begab es sich, dass der ehemalige Pfarrer der Gemeinde, selbst noch nicht unterrichtet über die gottgefällige Eigeninitiative des Kirchenrats, hinter dem Verschwinden der Tafel den sündhaften Tatbestand des Diebstahls vermutete. Sofort meldete er den Frevel der Polizeiinspektion Egg, die einen öffentlichen Aufruf zur Aufklärung um das „geplünderte“ Marterl an die Medien erließ.

Dies entging nun wiederum dem Kirchenrat nicht. Sofort und ohne Umschweife beichtete der Verein der Polizei – zwar ohne Demut und Reue, doch mit aufrichtiger Sachverhaltsdarstellung die wahre Begebenheit. So fand die verwirrende Geschichte doch noch ein glückliches Ende.