Geld für Mädchentreff statt fürs RR-Museum

02.01.2018 • 17:45 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Dornbirn Dass die finanziellen Zuwendungen von Stadt und Land für das Rolls-Royce-Museum gestrichen wurden, feiern nicht nur die Dornbirner Grünen als ihren Erfolg, auch die SPÖ freut sich über das Aus der Förderung. Das eingesparte Geld soll nun in einen Treffpunkt für türkische Mädchen investiert werden.

Bislang teilten sich Land und Stadt die 130.000 Euro, die jährlich als Mietzuschuss für die Ausstellungsfläche im ehemaligen Betriebsgebäude der Firma F.M. Hämmerle im Gütle an die Museumsbetreiber geflossen sind. Mitte 2017 wurden die Zahlungen auch mit dem Einverständnis der ÖVP gestoppt, obwohl die Bürgermeisterpartei eigentlich das Museum weiter finanziell unterstützen wollte, um die weltgrößte Ausstellung der Phantoms aus dem Hause Rolls-Royce in Dornbirn zu halten. Allerdings haben die Schwarzen seit den letzten Gemeindewahlen nicht mehr allein das Sagen.

Juliane Alton, Stadträtin der Grünen, weiß bereits, wofür das eingesparte Geld verwendet werden soll: „Schon vor einem Jahr haben wir gefordert, die Subvention für das Rolls-Royce-Museum zu streichen und das Geld für den Aufbau eines Mädchentreffs zu verwenden.“ Die Kosten für eine derartige Einrichtung schätzt sie auf rund 80.000 Euro pro Jahr. Für Alton wäre das Geld gut angelegt: „Wir wissen, dass in Dornbirn 20 Prozent der türkischstämmigen Mädchen sagen, keine nahestehende Person außerhalb der Familie zu haben. Diese Mädchen brauchen einen Ort, wo keine Jungs sind, damit sie überhaupt hingehen dürfen.“ In den Jugendhäusern werde diese Zielgruppe aber nicht erreicht. Noch steht der Standort für das Mädchencafé nicht fest. Eine Entscheidung soll bis Herbst 2018 fallen.

Dem Rolls-Royce-Museum wünscht Alton Glück und Erfolg bei der Neuorientierung ohne öffentliche Mittel. Die Förderung anderer Dornbirner Museen wird von den Grünen und allen anderen Fraktionen nicht infrage gestellt. Wie die VN bereits berichteten, wollen die Betreiber des Rolls-Museums trotz der Einstellung der finanziellen Zuwendungen die Schau am Standort Dornbirn weiter erhalten. Wenn nötig in einem viel kleineren Rahmen als bisher, dafür mit neuen Ideen, die vor allem auch die Jugend ansprechen sollen. HA

„Viele Mädchen brauchen einen Ort, wo keine Jungs sind.“