Mit zwei Promille gegen Baum

Vorarlberg / 02.02.2018 • 21:29 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Angeklagte verursachte im Vorjahr schwer alkoholisiert einen Unfall. Eckert
Der Angeklagte verursachte im Vorjahr schwer alkoholisiert einen Unfall. Eckert

Bedingte Haftstrafe für Alkolenker nach Unfall mit zwei Schwerverletzten.

Feldkirch Am Landesgericht Feldkirch wurde am Freitag ein heute 20-jähriger Handwerker wegen fahrlässiger Körperverletzung zu einer bedingten Haftstrafe von sechs Monaten sowie 3960 Euro unbedingter Geldstrafe verurteilt. Der junge Mann zeigte sich von Anfang an geständig, an den Unfall selbst kann er sich nicht erinnern. Sowohl er als auch sein Kollege wurden bei dem Unfall in Dornbirn im August schwer verletzt.

An jenem Hochsommerabend stand ein „Ausstand“ an. Auch Hochprozentiges wurde reichlich getrunken. Die Party ging bis zirka halb zwei Uhr nachts, dann machte sich der junge Mann auf den Weg. Er fuhr mit seinem Auto von der „Kronenkreuzung“ in Dornbirn Richtung Gütle.

Auf der Hinteren Achmühlerstraße kam es zu dem verheerenden Unfall. Die Ursache konnte bis heute nicht geklärt werden, die beiden damals 19-jährigen Insassen wurden so schwer verletzt, dass sie keine Angaben mehr machen können. Fest steht, dass der Pkw in einer Linkskurve ins Schleudern geriet, danach in einen Holzzaun und abschließend gegen einen Baum prallte.

Durch die Wucht wurden ein Haus und zwei unbeteiligte Fahrzeuge beschädigt. Die Feuerwehr war mit vier Fahrzeugen und 15 Mann im Einsatz, dazu Rettung und Polizei mit 16 Helfern.

Der Beifahrer lag lange im Koma und musste nach den enormen Kopfverletzungen alles neu lernen. Er ist noch jetzt in Behandlung. Aber auch der Fahrer selbst wurde schwer verletzt.

„Es tut mir leid, es war mir eine Lehre, ich werde nie mehr trinken, wenn ich fahren muss“, sagte er vor Gericht.

Warum er sich noch hinters Steuer setzte, wusste er nicht. Sein Handy belegte, dass er noch versuchte, einen Kollegen als Chauffeur zu gewinnen. „Ein Taxi zog ich nicht in Erwägung“, erzählte der Unfallverursacher vor der Polizei.

Gutachten eingeholt

Das verkehrstechnische Gutachten ergab, dass man die langgezogene Kurve normalerweise auch mit 90 bis 100 km/h durchfahren könnte. Vermutlich waren es die zwei Promille, welche für den Unfall verantwortlich waren.

Der bislang unbescholtene Lenker wird zu einer bedingten Haft und einer unbedingten Geldstrafe verurteilt. Zivilrechtlich wird ebenfalls noch einiges auf den Mann zukommen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. EC

VN-Bericht vom 26. August 2017.
VN-Bericht vom 26. August 2017.