Geheimzutat Geduld

05.02.2018 • 17:24 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Sabine Wittwer zeigt, wie man Brot selber machen kann.

partenen Mehl, Wasser, Hefe, Salz: Das sind die Zutaten für Brot, das für viele Menschen zum täglichen Leben dazu gehört: „Viele Menschen wissen nicht, dass der alltägliche Genuss einfach und unkompliziert selbst hergestellt werden kann“, sagt Sabine Wittwer. Aus diesem Grund bietet die Hobbybäckerin seit Februar letzten Jahres Brotbackkurse im „Brotbackhaus Bofa“ an.

Brot am Berg

Die Backschule liegt auf 1150 Metern Höhe oberhalb von Partenen. Die Anfahrt zum Backhaus ist schon spektakulär: Über eine kurvige Straße durch den Birkenwald, umgeben von steilen Waldhängen, gelangt man zu dem in den 1960er-Jahren erbauten Haus. Auf diesem prangt die Aufschrift „Haus Bofa“. „Das Konzept für das Backhaus hatte ich schon lange“, sagt Sabine Wittwer, die hauptberuflich in der Marketingabteilung des Roten Kreuzes in Rankweil arbeitet. Die Idee für die Brotbackkurse kam im Zuge ihrer Ausbildung: Vor drei Jahren beschloss die gebürtige Schrunserin das Elternhaus ihres Mannes Peter zu renovieren, um sich ihren Traum von den Backkursen zu verwirklichen.

Backen als Therapie

Am Wochenende wird dann der Schreibtisch in Rankweil mit der Backstube im Partenen getauscht: „Für mich sind die Brotbackkurse ein Hobby, bei dem ich meinen Ausgleich finde.“ Gruppen von bis zu acht Personen können in geselliger Runde bei den Kursen im „Haus Bofa“ das Handwerk inmitten idyllischer Landschaft erlernen: „Man macht vom Anfang bis zum Ende alles selbst. Dadurch lernt und versteht man das Brotbacken besser“, sagt die Mutter zweier Töchter und fügt hinzu: „Brotbacken ist wie eine Therapie.“

Doch gibt es eine Geheimzutat beim Backen? „Geduld“, antwortet Sabine Witter: „Der Grundgedanke ist, dass die Menschen einen Tag für sich haben können.“ Die Zeit, während der Teig rasten muss, überbrückt Sabine Wittwer mit der Weitergabe von wertvollen Tipps. Autodidaktisch hat sie sich Wissen über Ernährung erworben. Wer einen Kurs bei der Montafonerin besucht, lernt nicht nur wie man Brot herstellt, sondern kann auch von Sabine Wittwers Fachwissen über das Grundnahrungsmittel profitieren: „Ich habe immer schon leidenschaftlich gerne gebacken. Weil ich neugierig war, habe ich mit vielen verschiedenen Bäckern gearbeitet und Kurse besucht“, erklärt Sabine Wittwer, deren Bruder professioneller Bäcker ist. „Mir ist es wichtig, dass ohne Zusatzstoffe und Geschmacksverstärker gebacken wird. Es ist erschreckend, was Fertigbrot alles beigemischt wird.“

Sinneserlebnis

Das Brotbacken fordert alle Sinne. Es wird abgewogen, mit den Händen geknetet, geformt und der Teigling abschließend in dem speziellen Brotbackofen gebacken: „Das Schönste ist, wenn man das fertige Brot aus dem Ofen nimmt und das Resultat sehen, riechen und spüren kann.“ Selbstverständlich dürfen die handgemachten und aus naturnahen und regionalen Zutaten hergestellten Leckereien – Dinkelbrötchen, Zopf, Salzstangerln – von den Kursteilnehmern gekostet und mit nach Hause genommen werden.

Wer in der Faschingszeit eine süße Alternative zum Krapfen will, kann beim „Süße Hefespezialitäten“-Kurs unter der Anleitung der Backmeisterin selbst süße Apfelrosen, Zimt-Zuckerkuchen oder Handschnecken mit Nougatfüllung backen. VN-HAM

„Für mich sind die Brotbackkurse ein Hobby, bei dem ich meinen Ausgleich finde.“

Zur Person

Sabine Wittwer
gibt Backkurse im „Backhaus Bofa“ in Partenen.

Geboren 26. Juli 1968

Beruf Angestellte beim Roten Kreuz

Hobbys Kochen, Backen, Familie

Familie verheiratet, zwei Töchter

  VN/Haller