Platin für ein Fastenbuch

07.02.2018 • 18:13 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Dinkelbrot und nicht mehr braucht der, der nach Hildegard von Bingen fastet. Mehr Klarheit für sich ist der Lohn.Pregenzer
Dinkelbrot und nicht mehr braucht der, der nach Hildegard von Bingen fastet. Mehr Klarheit für sich ist der Lohn.Pregenzer

Hildegard-Expertin Brigitte Pregenzer darf sich über besondere Ehre freuen.

Dornbirn Nicht nur Tonträger bringen Auszeichnungen. Bücher sind ebenfalls dafür gut. Dass es aber ausgerechnet ein Fastenbuch zu Platin schafft, und das auch noch in Vorarlberg, hat selbst die Autorin überrascht. Für mehr als 30.000 verkaufte Exemplare ihres Dauerbrenners „Hildegard von Bingen. Einfach fasten“ erhält Brigitte Pregenzer demnächst das Platin-Buch überreicht. Als Zeichen solcher Ehren dürfen diese Bücher mit einem Silberetikett auf dem Cover werben. Das wird auch beim komplett überarbeiteten und neu gestalteten Hildegard-Fastenbuch der Fall sein, das passend zur bevorstehenden Fastenzeit am Aschermittwoch in den Handel kommt. Brigitte Pregenzer freut sich. Drei Gold-Bücher darf sie bereits ihr Eigen nennen. „Aber Platin ist schon etwas Besonderes“, meint sie.

Die Auszeichnung wird vom Hauptverband des Österreichischen Buchhandels vergeben. Sie geht an Bücher, von denen mehr als 25.000 Stück verkauft wurden. Für 15.000 unters lesende Volk gebrachte Exemplare gibt es Gold. Nach Platin kommt nichts mehr. Laut Auskunft des Hauptverbandes wird Platin nur etwa drei bis vier Mal im Jahr verliehen. Denn es liegt an den Verlagen, darum anzusuchen. Der Autor erhält eine Urkunde.

Breite Fastenkultur

Brigitte Pregenzer ist eine ausgewiesene Hildegard-Expertin. Schon lange befasst sie sich mit der Lehre der deutschen Ordensfrau. Sie schreibt aber nicht nur darüber, sie begleitet auch Fastengruppen. „Rund 2500 Teilnehmer waren es bisher“, erzählt sie stolz. Seit der Gründung der Hildegard-Akademie bildet Brigitte Pregenzer selbst Fastenbegleiter aus, die ihr ein bisschen Arbeit abnehmen. Sogar in Unternehmen konnte sie eine Fastenkultur nach Hildegard von Bingen implementieren. Die ungebrochene Aktualität des Fastenbuchs beruht nach Meinung der Autorin auf dem Bedürfnis vieler, zumindest eine Zeit lang aus dem Überfluss herauszukommen und freiwillig reduzierter zu leben. „Es geht nicht um den gänzlichen Verzicht von Nahrung“, betont Brigitte Pregenzer. Fasten nach Hildegard sei vielmehr ein Bewusstmachen, dass auch Einfaches gut genug ist.

Kapazitäten für anderes

So bescheiden sich Fastende mit Dinkelbrot und Dinkelgrießsuppe. Da der Menge keine Grenzen gesetzt sind, kommt laut Pregenzer auch kein Hunger auf. Stattdessen werden Kapazitäten frei, sich um die seelischen Befindlichkeiten zu kümmern. Auf diese Weise tut Fasten dem Körper und der Seele gut. In der überarbeiteten Fassung ist ein großes Kapitel Ritualen für die Zeit nach dem Fasten gewidmet. „Damit bleibt, was man erreicht hat“, sagt Pregenzer. Ihre Ratgeber, Geschenkbücher und Kalender zur Hildegard-Lehre haben eine Gesamtauflage von über 250.000 Exemplaren erreicht. VN-MM

Buchtipp: Hildegard von Bingen – Einfach fasten; Brigitte Pregenzer, 240 Seiten, Tyrolia Verlag, Preis: 16,99 Euro, Erscheinungstermin 14. Februar 2018