Grüne kämpfen gegen Einkaufszentren am Ortsrand

Vorarlberg / 12.02.2018 • 19:30 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Acht Prozent aller Verkaufsflächen im Land befinden sich in diesem Bereich. VN/Hartinger
Acht Prozent aller Verkaufsflächen im Land befinden sich in diesem Bereich. VN/Hartinger

Geht es nach den Grünen, sollen unbenützte EKZ-Flächen zurückgewidmet werden.

Dornbirn Es gab eine Zeit, als sich Städte und Gemeinden um die größte Einkaufsmeile am Ortsrand matchten. Einkaufszentren, Möbelhäuser, Fachmarktreihen schossen aus dem Boden. Das Ergebnis: Ortszentren siechen dahin, während sich täglich Blechkolonnen in Richtung Peripherie stauen. Dieses Bild mag überspitzt sein, die Befürchtungen sind real. Mittlerweile hat sich aber das Bewusstsein geändert, Pläne von Neu- und Ausbauten am Ortsrand sorgen für Diskussionen; siehe Messepark, siehe Ikea. Vorarlbergs Grüne haben am Montag in einer Pressekonferenz ihren Standpunkt noch einmal verdeutlicht, der da lautet: Keine neuen Einkaufszentren am Ortsrand. Die Botschaft verkündeten die Grünen im Panoramahaus, mit Blick auf die Messekreuzung. „Das gesamte Areal umfasst 42.000 Quadratmeter Verkaufsfläche“, erklärte Landtagsabgeordnete Nina Tomaselli. Also rund acht Prozent aller Verkaufsflächen in Vorarlberg.

Geht es nach den Messepark-Eigentümern, soll dieser Anteil weiter steigen, schließlich möchten die Unternehmer ausbauen. Ein paar Kilometer weiter wiederum will sich der schwedische Möbelkonzern Ikea ansiedeln. „Diese Zentren sind Verkehrsstaubsauger“, betonte der Mandatar Daniel Zadra. Er vermisse gemeindeübergreifende Zusammenarbeit. „Dornbirn hat ein Gutachten vorgelegt, in dem befürchtet wird, dass Ikea in Lustenau mehr Verkehr bringe. Lustenau wiederum erstellte ein Gutachten, dass durch den Messeparkausbau der Verkehr stärker würde. Es geht immer um die Autos der anderen.“

75.000 Quadratmeter unbebaut

Tomaselli hatte weitere Zahlen parat: So befänden sich 70 Prozent aller Verkaufsflächen am Ortsrand. Zudem seien derzeit noch 75.000 Quadratmeter gewidmete EKZ-Flächen unbebaut. „Wir fordern, dass diese Flächen rückgewidmet werden. Der Bedarf ist nicht gegeben“, fuhr Tomaselli fort. Außerdem soll Parken auf Parkplätzen besagter Zentren etwas kosten und die Betreiber eine sogenannte Verkehrserregerabgabe bezahlen. „Schließlich müssen Straßen an die Peripherie gebaut werden.“ Tomaselli spricht sich grundsätzlich dagegen aus, neue Parkplätze auf Wiesen zu genehmigen, sondern nur noch Tief- und Hochgaragen. Und Unternehmer, die Arbeitsplätze und Verkehrszahlen versprechen, sollen zu ihren Ankündigungen verpflichtet werden. Einige dieser Wünsche finden sich im Forderungskatalog der Grünen zur neuen Vorarlberger Raumordnung wieder. VN-mip

„Wir fordern, dass diese Flächen rückgewidmet werden. Der Bedarf ist nicht gegeben.“

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EKZ-Anfrage Grüne

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