„Ich halte die Situation bei Rhesi für grob fahrlässig“

Vorarlberg / 12.02.2018 • 18:39 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
VN-Bericht vom 12. Februar 2018.
VN-Bericht vom 12. Februar 2018.

In der Debatte um Rhesi melden sich prominente Unternehmer zu Wort.

Bregenz, Koblach „Es darf bei Rhesi zu keiner Verzögerung kommen. Das Großprojekt wurde über Jahre vorbereitet und muss so rasch wie möglich auch umgesetzt werden. Die derzeitige Situation bei Rhesi ist grob fahrlässig.“ So sieht Gerhard Blum vom gleichnamigen Unternehmen die zurzeit laufende Diskussion. Es gehe nicht an, „dass Nutzungsberechtigte, welche nicht einmal Besitzer von Grundstücken sind“, ein Hochwasserschutzprojekt wie Rhesi ins Stottern bringen. Wie bereits mehrfach berichtet, hatten sich rund 120 von insgesamt 524 Nutzungsberechtigten zu einer „Vollversammlung“ zusammengefunden. 90 davon hatten dabei gegen die Rhesi-Pläne in der am Tisch liegenden Form votiert. Die Aufregung darüber ist groß, immerhin könnte die Gemeinde laut Gemeindegutgesetz durchgreifen und die Nutzungsrechte sogar veräußern (Faksimile).

Schäden in Milliardenhöhe

Vor dem Hintergrund, dass ein Jahrhunderthochwasser laut Experten Schäden von mehr als fünf Milliarden Euro dies- und jenseits des Rheins verursachen könnte, ist es für den Unternehmer höchst an der Zeit, „dass sich auch LH Markus Wallner stärker einbringt“ und Tacheles redet. Von den Schäden eines derartigen Hochwassers wären nicht nur rund 180.000 Menschen betroffen. „Privat- und Betriebseigentümer würden gleichermaßen in Mitleidenschaft gezogen“, warnt Blum im VN-Gespräch. Darüber hinaus dürfe nicht vergessen werden, dass die Bauzeit für die Umsetzung von Rhesi bis zu 20 Jahre in Anspruch nehmen könnte. Für Blum steht fest: „In dieser Frage muss das Allgemeinwohl im Vordergrund stehen, alles andere ist fahrlässig.“

Maierhofer weist Kritik zurück

In der Gemeinde Koblach, die als Grundeigentümer jetzt am Ball ist und in der nächsten Sitzung darüber abstimmen soll, weist Fritz Maierhofer (VP) als Bürgermeister die Kritik, wonach er sich hinter den Nutzungsberechtigten verstecke und ein Scheingefecht führe, energisch zurück. „Es gibt keinerlei ,Scheingefechte‘ des Koblacher Bürgermeisters in der Angelegenheit Rhesi. Ich habe als Bürgermeister zur Kenntnis zu nehmen, dass die Nutzungsberechtigten sich mit Rhesi auseinandersetzen, alle Fragen in diesem Zusammenhang in ihren Reihen umfassend diskutieren und eine interne Abstimmung gemacht haben, um das Stimmungsbild ihrer Mitglieder abzuklären“, reagiert Maierhofer auf einen VN-Bericht in der Montagausgabe. Dem Ausschuss der Berechtigten obliege gemäß Satzungen die Aufgabe, die Gemeinde in allen Angelegenheiten des Gemeindegutes zu beraten. „Die Entscheidung aber liegt einzig und allein bei der Koblacher Gemeindevertretung.“  Die „mediale Berichterstattung“, dass das Projekt Rhesi einzig mit der Entscheidung in Koblach voranschreite, , sei „so nicht zulässig“, betont Maierhofer. „So wie alle anderen Rhein-Gemeinden ist sich auch Koblach der Verantwortung für das Gesamtprojekt bewusst und für eine Verbesserung des Hochwasserschutzes und mehr Ökologie am Rhein.“ In diesem Sinne werde auch Koblach seinen Beitrag leisten, verspricht der Gemeindechef.

„Bei Rhesi müsste sich Landeshauptmann Markus Wallner noch stärker einbringen.“