Einkaufen ohne Supermarkt

Vorarlberg / 15.02.2018 • 21:38 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
BIo Austria
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In Vorarlberg beschreiten bald zwei FoodCoops neue Wege.

Schwarzach In der Regel funktioniert es so: Die Bauern geben Anfang der Woche ihr aktuelles Angebot bekannt. Neben dem Fixsortiment gibt es diesmal zum Beispiel auch Rindfleisch und die ersten Bohnen der Saison. Ein dafür bestimmtes Mitglied lässt daraufhin allen anderen Mitgliedern eine Erinnerung mit den aktuellen Infos zukommen. Nach Bestellschluss erhalten die Betriebe eine Sammelbestellung und liefern die Waren an einem bestimmten Tag in das sogenannte FoodCoop-Lager, wo die Abnehmer die frischen Lebensmittel abholen.

Stichwort: FoodCoop, zu Deutsch Lebensmittelkooperative. Eine FoodCoop ist ein Zusammenschluss von Privatpersonen, die gemeinsam und selbstorganisiert Lebensmittel direkt von regionalen Bauernhöfen beziehen. Sie ist kein Geschäft und macht auch kein Geschäft. Um hier einkaufen zu können, muss man Mitglied sein.

In anderen Ländern sind FoodCoops schon seit Jahrzehnten etabliert. Mittlerweile ist das Modell auch in Österreich auf dem Vormarsch. In Vorarlberg gibt es aktuell eine FoodCoop in Frastanz/Satteins (Einkaufskooperative Kost.bar). In Dornbirn befindet sich eine Gruppe in der Gründungsphase.

„Super Sache“

Auch Manuela und Rainer Held haben den neuen Weg der Nahversorgung  eingeschlagen. Die Schwarzenberger Biobauern beliefern einmal pro Woche die Mitglieder der FoodCoop Frastanz/Satteins – mit Milch, Joghurt, Käse, Fleisch oder Wurstwaren. „Es ist grundsätzlich eine super Sache. Was mir persönlich taugt, ist, dass die Mitglieder der Gruppe eine gewisse Verantwortung übernehmen und großen Wert darauf legen, wie etwas produziert wird“, sagt Rainer Held. Aktuell seien es zwar noch keine „Wahnsinnsmengen“. Held sieht in dem Modell FoodCoops aber eine Möglichkeit, wie die Produkte in Zukunft direkt von den Landwirten bezogen werden können.

Einer der Vorteile: Durch das gemeinsame Bestellen und die zentrale Belieferung können viele Wege eingespart werden. „Die Landwirtschaft, die wir betreiben ist sehr zeitaufwändig. Für uns ist das eine Zeitersparnis“, erläutert der Biobauer. Ein weiteres Thema sei der Abfall („es muss nicht jedes Stück einzeln verpackt werden“) und der direkte Kontakt mit den Kunden. „Wenn die Leute auch in die Ställe gehen, bekommen sie mehr Verständnis für die Landwirtschaft und sehen, was dahintersteckt“, sagt der Schwarzenberger, der überzeugt davon ist, dass die Zukunft in der kleinstrukturierten Landwirtschaft liegt. Vn-ger

Nähere Infos bei Bio Austria Vorarlberg: mirabai.aberer@bio-austria.at, Tel. 05574 44777.