Endstation Haft für Drogenkurier

16.02.2018 • 21:45 Uhr / 2 Minuten Lesezeit

Kokainschmuggler zu zwei Jahren und acht Monaten Freiheitsstrafe verurteilt.

Feldkirch Nach 28 Jahren Beschäftigung in Vorarlberg ein gesundheitliches Gebrechen, Jobverlust, Scheidung, finanzieller Engpass und schließlich in Kontakt mit den „falschen Leuten“ geraten. So lautete beim Prozess am Landesgericht Feldkirch die Argumentation des vorher unbescholtenen 45-jährigen türkischen Staatsbürgers, weshalb er in die Spirale des Verbrechens hinabgeglitten war.

Vier Schmuggelfahrten

Staatsanwalt Manfred Melchhammer spricht in der Anklageschrift von vier Schmuggelfahrten nach Holland, wo der Beschuldigte eine Menge von insgesamt 1050 Gramm Kokain für Drogenabnehmer in Vorarlberg übernommen habe. Verteidigerin Andrea Concin kommt bei ihrer Addition allerdings auf eine wesentlich geringere Menge, die im Übrigen auch nicht den vorgeworfenen, unerhörten Reinheitsgehalt von 86 Prozent aufgewiesen habe.

Wie auch immer, fest steht, dass das geschmuggelte Suchtgift laut Justizjargon die 25-fache Grenzmenge übertroffen hat und somit mit einer höheren Freiheitsstrafe bedroht ist.

Umfassendes Geständnis

Der Angeklagte war bereits bei der Vernehmung durch Kriminalbeamte umfassend geständig. Was bereits zu mehreren Verhaftungen führte. Und zu einem persönlichen Druck auf den Beschuldigten selbst, der sich bedroht fühle und laut Anwältin Concin „einen Monat lang nicht auf den Gefängnishof durfte“. Auf die Frage des Staatsanwaltes, wer denn die Konsumenten des von ihm geschmuggelten Kokains gewesen seien, konnte der Angesprochene keine Antwort geben. „Ich habe die Leute nicht gekannt und selbst nichts verkauft.“

Der Mann ist nicht nur geständig, sondern scheint auch glaubhaft reumütig zu sein. Der Schöffensenat urteilt deshalb noch im unteren möglichen Bereich, doch an einer Freiheitsstrafe in der Dauer von zwei Jahren und acht Monaten kommt der 45-Jährige nicht vorbei. Er will nach der Verurteilung drei Tage Bedenkzeit. VN-GS