Ins Land integrieren

Wetter / 20.02.2018 • 20:37 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Stefan Revelant leitet das Integrationszentrum Vorarlberg.

Bregenz Integration ist hart. Stefan Revelant weiß das. Er ist Kärntner, studierte in Graz, arbeitete in Wien und ist nun in Vorarlberg gelandet. „Die Sprache muss ich erst noch lernen“, gesteht er und lacht. „Ich merke das in Besprechungen im Büro. Da muss ich schon noch sehr gut zuhören. Aber das schaffe ich sicher.“ Integration ist hart. Stefan Revelant weiß das aber vor allem aus beruflicher Perspektive. Der Villacher leitet seit 1. Februar das Vorarlberger Integrationszentrum in Bregenz.

Das Integrationszentrum ist eine Einrichtung des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) und kümmert sich um Asyl- und subsidiär Schutzberechtigte. Das Zentrum bietet Beratung, veranstaltet Deutsch- sowie Werte- und Orientierungskurse, dazu kommen diverse Projekte. Acht Menschen arbeiten am Standort in Bregenz, vier davon gehören zum Team von Stefan Revelant.

Leichte Entscheidung

Vorarlberg ist bereits das vierte Bundesland, in dem sich der 30-Jährige niederlässt. Nun möchte er aber länger bleiben: „Während meiner Zeit in Wien habe ich gemerkt, dass ich wieder wohin möchte, wo ich näher an der Natur bin.“ Nun hat er den See und die Berge quasi vor der Haustür. Es gefällt ihm hier. „Es ist nicht so großstädtisch wie Wien, aber auch nicht so ländlich wie zum Beispiel in Kärnten. Das Rheintal ist wohl am besten mit Graz vergleichbar.“

Die Entscheidung, an das westliche Ende Österreichs zu ziehen, habe er sich sehr wohl überlegen müssen. Neben der Natur sprach allerdings auch die Herausforderung für den Umzug: „Mich reizt die Aufgabe.“ Revelant ist zudem ledig, was die Entscheidung erleichtert habe. „Mein Wunsch ist es schon, hierzubleiben“, fährt er fort.

Im Integrationsbereich ist der Villacher direkt nach seinem Studium gelandet. 2012 arbeitete er für eine Nichtregierungsorganisation (NGO) in Graz, 2013 zog er nach Wien, blieb allerdings in der Beratung von Flüchtlingen. 2014 landete er beim ÖIF.

Auf den Pfänder

Ein Villacher hat zwei Hobbys, zumindest nach den Klischees: Fasching und Eishockey. Auf Revelant trifft das nicht zu. Er genießt die Berge, geht ins Fitnessstudio, läuft und liest gerne. Zudem hat der Neo-Vorarlberger eine Liste mit Dingen im Kopf, die man als Vorarlberger gemacht haben muss. Ganz oben: Auf den Pfänder gehen und Käsknöpfle essen. Ganz dem Eishockey entkommen ist der 30-Jährige aber nicht. „Ich bin 200 Meter von der Eishalle entfernt aufgewachsen, natürlich bin ich ab und zu auf ein Spiel gegangen.“

Fasching hier und dort

Einen Anknüpfungspunkt zur Integration des Kärntners in Vorarlberg hat er schon gefunden. „Vorarlberg ist Kärnten sehr ähnlich“, betont Revelant. Vor allem der Fasching hat in ihm Heimatgefühle ausgelöst. „Ich habe gar nicht mehr da­ran gedacht, dass der Fasching hier so groß ist. In Graz und Wien war es nicht so. Der Faschingsdienstag in Bregenz hat mich schon sehr an Villach erinnert.“

Jetzt vielleicht noch eine g’hörige Portion Käsknöpfle essen, die Sprache lernen, und schon ist die Integration des Leiters des Vorarlberger Integrationszentrums nicht mehr weit. Im Notfall könnte er noch ein Eishockeyspiel besuchen. Das gibt’s hier auch. VN-mip

„Ich merke das bei Besprechungen im Büro. Da muss ich schon noch sehr gut zuhören.“

Zur Person

Stefan Giovanni Revelant

Leiter des Integrationszentrums Vorarlberg

Geboren 16. Juli 1987 in Villach

Ausbildung Studium Soziologie und Global Studies in Graz

Wohnort Ab 1. März Bregenz

Laufbahn Seit 2014 beim ÖIF in Wien für Niederösterreich zuständig, anschließend stv. Leiter Integrationszentrum NÖ, seit 1. Februar in Vorarlberg.  ÖIF/Felicitas Matern/feelimage.at