Eine besondere Reise

21.02.2018 • 17:09 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Martin Ilg baute am „Austria House“ in Pyeongchang mit.

dornbirn Sie waren nicht als Sportler in Südkorea. Trotzdem vollbrachten Martin Ilg und sieben weitere Kollegen eine olympische Leistung, indem sie das Österreicher-Haus in Pyeongchang auf eine solide Basis stellten. Ilg ist froh, diese Möglichkeit genutzt zu haben. Denn: „Dorthin komme ich wahrscheinlich nie mehr.“ Dafür freut er sich immer wieder aufs Neue, wenn er dieser Tage bzw. Nächte im Fernsehen sieht, was ihnen da gemeinsam gelungen ist. Sein persönliches Fazit aus diesem Abenteuer: „Es hat mich in meiner Persönlichkeit sehr gestärkt.“

Ein mulmiges Gefühl

Das Projekt „Lehrlinge go Olympia“, das der Feder von getup-Geschäftsführer Martin Dünser entsprang, sollte zeigen, wie vielseitig eine Lehre sein kann und welche beruflichen Aussichten sie eröffnet. Dank Sponsorenhilfe wurden Lehrlinge des letzten Ausbildungsjahrs aus Betrieben des Metall- und Elektrotechnikgewerbes nach Südkorea eingeladen. Martin Ilg, der bei der Firma Wohlgenannt Fahrzeugbau in Dornbirn eine Doppellehre als Fahrzeugbau- und Konstruktionstechniker absolviert und sich in dieser Sparte im vergangenen September auch zum Staatsmeister kürte, brauchte nicht lange zu überlegen, als die Anfrage zur Teilnahme einlangte. „Zuerst war da schon ein bisschen ein mulmiges Gefühl, weil ich bisher noch nie so weit geflogen bin“, erzählt der junge Dornbirner. Aber dann siegten der Mut und die Erkenntnis, dass man sich eine solche Chance nicht entgehen lassen darf. Insgesamt drei Wochen verbrachten die Vorarlberger Lehrlinge in PyeongChang. Dazu kamen noch vier Tage für die An- und Heimreise. Der Terminplan war eng. Für Freizeit blieb da wenig Platz, konkret nur ein einziger Tag. Doch die „Jungschar“ zeigte sich beseelt vom olympischen Gedanken und leistete trotz eisiger Temperaturen, Wind und Schneegestöber Außerordentliches, was auch ÖOC-Generalsekretär Peter Mennel mit viel Lob quittierte.

Firstfeier mit Flagge

Die Aufgabe des Handwerkernachwuchses bestand darin, den Rohbau des „Austria House“ aufzustellen. „Das heißt, wir haben einen leeren Platz übernommen und dort das mit Schiffscontainern angelieferte Zelt sowie die grobe Infrastruktur errichtet“, erklärt Martin Ilg fachkundig. Auch für das doppelstöckige Pressezelt zeichneten die Lehrlinge verantwortlich. An weiteren zwei Tagen wurden bei beiden Objekten zeitgleich die Zwischendecken und Dachplanen eingezogen. „An diesem Abend haben wir eine kleine Firstfeier mit Baum, Österreich-Flagge und allem Drum und Dran organisiert“, berichtet Ilg, immer noch begeistert von diesem einmaligen Erlebnis. Schritt für Schritt entwickelte sich das „Austria House“ unter den flinken Händen der jungen Männer zu etwas Wohnlichem.

Dann ging es noch ans Aufstellen des Catering- und Kantinenzelts für über einhundert Mitarbeiter. „In den letzten Arbeitstagen haben wir außerdem die gesamte Terrasse aufgebaut und mit Lattenrosten versehen, in der oberen Gala-Halle etwa 400 Quadratmeter Teppichboden verlegt sowie Heizungen installiert“, plaudert Martin Ilg munter weiter. Es ist ihm anzuhören, dass es eine besondere Reise war. „Ich hätte nicht gedacht, dass bis auf ein paar Kleinigkeiten alles so gut klappen würde“, spendet der Florianijünger und Hobbyholzer deshalb auch gerne seinen Kollegen verdienten Applaus. VN-MM

„Ich hätte nicht gedacht, dass bis auf ein paar Kleinigkeiten alles so gut klappen würde.“

Zur Person

Martin Ilg

absolviert eine Doppellehre als Fahrzeugbau- und Konstruktionstechniker.

Geboren 29. Juli 1997 in Dornbirn

Ausbildung Lehrling

Hobbys Feuerwehr, Holzarbeiten

Familie Eltern, zwei Geschwister

Wohnort Dornbirn

  dünser