Startschuss für Dornbirner Millionenprojekte

26.02.2018 • 20:01 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Den Bau der neuen Stadtbücherei finanziert die Dornbirner Sparkasse.
Den Bau der neuen Stadtbücherei finanziert die Dornbirner Sparkasse.

Stadtvertretung stellt Weichen für außergewöhnliches Hochwasserprojekte.

Dornbirn Auf der heutigen Sitzung gibt die Stadtvertretung mit der Vergabe der Baumeisterarbeiten für den Hochwasser-Entlastungsstollen durch den Zanzenberg und die neue Stadtbücherei in der Schulgasse grünes Licht für zwei Großprojekte.

Ein Beschluss wird der Stadtvertretung nicht schwerfallen, denn die Kosten für die rund sechs Millionen Euro teure neue Stadtbücherei in unmittelbarer Nachbarschaft der bestehenden Bibliothek übernimmt die Dornbirner Sparkasse. Die großzügige Spende erfolgt anlässlich des 150-Jahr-Jubiläums der Bank. Derzeit finden auf dem städtischen Grundstück bereits Vorbereitungsarbeiten statt, der offizielle Spatenstich erfolgt demnächst.

Tief in die Kasse greifen muss die Stadt hingegen für den Bau eines 470 Meter langen Stollens durch den Zanzenberg und eines 200 Meter langen offenen Kanals vom Stollenausgang in Gechelbach bis zur Dornbirner Ache, um bei drohendem Hochwasser im Bereich Steinebach überschüssige Wassermassen ableiten zu können. Der Investitionsaufwand wird mit 6,4 Millionen Euro angegeben.

Erklärungsbedarf

Das außergewöhnliche Hochwasserschutzprojekt ruft in Dornbirn unterschiedliche Reaktionen hervor, denn so etwas gab es bislang noch nicht. Bisher war lediglich zu erfahren, dass durch die Entlastungsleitung die Hochwassergefahr in den Stadtteilen Fischbach und Wieden, die im Einflussbereich des Steinebachs liegen, um 50 Prozent verringert wird.

Viele fragen sich aber, ob die Dornbirner Ache zusätzliche Wassermassen von der anderen Seite des Zanzenberges überhaupt verkraften kann, wenn sie nach anhaltenden Niederschlägen selbst randvoll ist.

Bürgerinnen und Bürger erwarten sich jetzt eine Antwort. Seit 180 Jahren hat der größte Wildbach Vorarlbergs dank der soliden Dämme, die 1826 bis 1837 nach Plänen von Alois Negrelli gebaut und seither ständig verstärkt wurden, kaum mehr nennenswerte Hochwasserschäden verursacht. Nur 1903 rissen die Fluten der Ache nach einem besonders heftigen Unwetter einen Teil der Gütlestraße und mehrere Brücken mit sich. HA