Die Leukämiehilfe wird mobil

28.02.2018 • 17:58 Uhr / 4 Minuten Lesezeit
Die engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Vereins können nun alles Notwendige gesammelt transportieren.VN/Stiplovsek
Die engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Vereins können nun alles Notwendige gesammelt transportieren.VN/Stiplovsek

Ein Auto für „Geben für Leben“ und ein Spender für Lukas.

Schwarzach Sie strahlt wie das sprichwörtliche Honigkuchenpferd. Susanne Marosch, Obfrau der Leukämiehilfe „Geben für Leben“, hat auch allen Grund dazu. Nach schwierigen Wochen, in denen vor allem der finanzielle Schuh gehörig drückte, gibt es nun gleich mehrere Gründe zum Feiern. Zum einen konnte für den inzwischen 13-jährigen Lukas Bilgeri aus Doren nach endlos langer Suche ein Spender gefunden werden, zum anderen ist die Spendenkasse dank vieler großer und kleiner Unterstützer wieder gut gefüllt, und schließlich darf sich der Verein über ein funkelnagelneues Fahrzeug freuen. Übergabe und Weihe fanden gestern, am Mittwoch, bei Russmedia in Schwarzach statt. „Endlich können wir alles, was für eine Typisierung benötigt wird, in ein Auto packen“, sagt Susanne Marosch dankbar. Bis jetzt mussten die freiwilligen Helfer immer mit ihren Privatautos zu Typisierungen ausrücken.

Private Spenderdatei

Es war ein sonniger, wenn auch kalter Tag, als Pfarrer Paul Burtscher dem Transporter seinen Segen mit auf den Weg gab, und Susanne Marosch zum ersten Mal hinter dem Steuer Platz nahm. „Jetzt sind wir endlich mobil“, meinte sie mit einem Funkeln in den dunklen Augen. Zahlreiche Sponsoren und Mitarbeiter hatten sich zu diesem besonderen Anlass im Medienhaus eingefunden.

Auch die Gründerinnen des Vereins, Herlinde Marosch, Dagmar Ganahl und Melitta Maier, ließen sich diesen Augenblick nicht entgehen. Vor fast 20 Jahren stellten sie „Geben für Leben“ auf die Beine. In dieser Zeit ist der Verein kräftig gewachsen, vor allem aber selbstständig geworden. Seit 2015 verfügt die Leukämiehilfe über eine private Spenderdatei. Seitdem wurden rund 35.000 Typisierungen durchgeführt und 34 Spender gefunden. Zusammen mit den vorherigen Aktionen sind es insgesamt 58 Spender, die Hoffnung auf ein Überleben schenken konnten.

Kampf um ein junges Leben

Auch die Familie von Lukas darf wieder guter Dinge sein, nachdem in der weltweiten Datenbank endlich ein genetischer Zwilling gefunden werden konnte. Die Suche nach einem geeigneten Stammzellspender nahm im April 2007 in Hohenems ihren Anfang. Damals war Lukas drei Jahre alt und musste bereits regelmäßige Bluttransfusionen über sich ergehen lassen. „Unzählige Menschen, Einrichtungen und Vereine halfen Lukas und seiner Familie dabei, den Mut nicht zu verlieren“, erzählt Susanne Marosch, denn es gab während der langen Zeit zahlreiche gesundheitliche Rückschläge für Lukas. Er kämpfte unter anderem mit Diabetes und erlitt sogar einen Hirnschlag. Außerdem waren die Organe des Buben durch die vielen Transfusionen sehr geschwächt. In Österreich galt Lukas als austherapiert. „In der größten Not schalteten wir unseren Partner, die Knochenmarkspende Bayern in München ein“, schildert Marosch den verzweifelten Kampf um ein junges Leben. Hans Knabe übernahm persönlich die Aufgabe, eine Stammzellspender-Tiefensuche für Lukas durchzuführen, organisierte Typisierungsaktionen in Bayern und sorgte dafür, dass Lukas von einem Spezialisten gründlich unter die Fittiche genommen wurde. Im April ist es nun soweit. Lukas wird für eine Transplantation vorbereitet, die Operation erfolgt in München.

Die inzwischen hohe Typisierungsqualität macht es möglich, noch mehr Spender als bisher zu finden. Zudem werden die Typisierungsanalysen täglich in die weltweite Datenbank eingespielt. Andernorts geschieht das nur alle drei Monate. Aber: „Leukämiepatienten haben nicht von Quartal zu Quartal Zeit“, bemerkt Susanne Marosch, die mit ihrem Team schon auf die nächsten Aktionen brennt. VN-MM

Susanne Marosch freut sich riesig über den neuen Transporter.
Susanne Marosch freut sich riesig über den neuen Transporter.