Schmetterlingsparadies

Vorarlberg / 28.02.2018 • 19:48 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Die
Die „Spanische Flagge“ ist EU-weit streng geschützt.

In Vorarlberg flattern 13 neu entdeckte
Falterarten.

Dornbirn Selbst ausgestorben geglaubte Falter und noch namenlose Arten flatterten den Experten vor die Linse: In einem dreijährigen Forschungsprogramm der inatura und des Fürstentums Liechtenstein wurden die Schmetterlinge im grenzüberschreitenden Wildnisgebiet Samina- und Galinatal unter die Lupe genommenen. „Mit erstaunlichen Ergebnissen“, wie Georg Friebe von der Abteilung Wissenschaft und Forschung bei der inatura betont.

Mit Hilfe unterschiedlichster Methoden wurden dabei insgesamt 782 Schmetterlingsarten gezählt. Vor allem eine intensive Erhebung in der Nacht mit Hilfe von UFO-artigen Lichtquellen brachte laut Friebe mit bis zu 330 Arten in einer Nacht eine rekordverdächtige Bilanz zutage. Als wohl einzigartig für ein europäisches Land beschreibt der Fachmann die Anzahl an Erstfunden in Liechtenstein. „Projektleiter Peter Huemer von den Tiroler Landesmuseen konnte nicht weniger als 165 Falterarten erstmals im Fürstentum nachweisen. Hinzu kommen 13 Neufunde in Vorarlberg. Die meisten der Erstfunde sind zwar eher unscheinbare und kleine Arten, sie zeigen jedoch vielfach besonders interessante Verbreitungsmuster. So konnten zwei Arten von Grasminierfaltern jeweils erst zum dritten Mal in den Alpen nachgewiesen werden“, verdeutlicht Friebe. Ebenfalls besonders bemerkenswert: Eine mit großer Wahrscheinlichkeit noch namenlose Art aus der Familie der Palpenfalter. „Das Tier aus der Gattung Exoteleia ist bisher nur von wenigen Fundstellen in Tirol sowie aus Bayern bekannt und soll demnächst beschrieben und benannt werden.“

Insgesamt erhöht sich die Anzahl bekannter Schmetterlingsarten aus Vorarlberg laut inatura auf nunmehr 2386 Arten, 115 davon sind in der Roten Liste zu finden. Unter den gefährdeten Faltern wurde auch ein bisher als ausgestorben geglaubter Wickler gefunden. Von besonderem Interesse ist für die Experten zudem die Entdeckung der vermutlich größten Population Vorarlbergs der EU-weit streng geschützten Spanischen Flagge. „Das prächtige Tier kommt vor allem im mittleren Bereich des Saminabaches recht häufig vor. Schutzmaßnahmen zur Vermeidung von zukünftigen Eingriffen sind hier dringend erforderlich“, unterstreicht Friebe. 

Mit UFO-artigen Lichtquellen wurden bis zu 330 Arten in einer Nacht gezählt. inatura
Mit UFO-artigen Lichtquellen wurden bis zu 330 Arten in einer Nacht gezählt. inatura