Zum Gedenken

Vorarlberg / 28.02.2018 • 18:01 Uhr / 3 Minuten Lesezeit

Lustenau Am 25. Jänner schloss sich der Kreis des langen und erfüllten Lebens von Paula Bösch, Grüttstraße. Bis ins hohe Alter führte sie ein selbstbestimmtes Leben, bekochte und bewirtete mit Vorliebe ihre große Familie und blieb von Krankheiten meistens verschont. Als ihre geistigen Kräfte nachließen, fand sie Aufnahme im Seniorenhaus Hasenfeld, wo sie die letzten drei Lebensjahre verbrachte.

Als Paula Felder am 2. Jänner 1923 in Bersbuch geboren, wuchs sie mit sechs Geschwistern auf. Als gute Schülerin konnte sie in der einklassigen Volksschule die jüngeren Mitschüler bestens unterstützen. Gerne wäre sie Lehrerin geworden, doch diesen Berufswunsch konnten ihr ihre Eltern nicht erfüllen.

Paula arbeitete als Hausmädchen, so auch beim Andelsbucher Gemeindearzt, Dr. Gebhard Riedmann. Durch dessen Verwandtschaft lernte sie nach dem Krieg den Lustenauer Ernst Bösch kennen, den sie 1950 heiratete. Sie zog mit ihm in sein Elternhaus in der Grüttstraße. Fünf Kinder stellten sich von 1951 bis 1966 ein, und das Ehepaar Bösch arbeitete von früh bis spät. Paula verstand es, die kleine Landwirtschaft, die ihr Mann neben seiner Arbeit in der Weberei betrieb, anzukurbeln. Mit ihrem Ehrgeiz und Fleiß ermöglichte sie den Kindern eine gute Ausbildung. Sie verdingte sich zusätzlich als Erntehelferin in der Schweiz. Im Frühsommer erntete sie Erdbeeren, im Herbst Karotten. Viele Jahre radelte sie zu dieser Arbeit über den Rhein nach Au hinüber. Für Paula Bösch war es eine anstrengende, aber auch schöne Zeit, denn es entstanden viele Freundschaften unter den Erntehelferinnen. Dass zwölf ihrer Nachkommen bei einem Musikverein engagiert sind, bereitete der rührigen Mama, Oma und Uroma viel Freude. Ganz besonders war sie dem Musikverein Concordia zugetan, dessen „Sanderfest“ für sie stets einen Höhepunkt des Jahres darstellte. Nach dem plötzlichen Tod ihres Mannes, 1997, war Paula froh, dass sie bei Musikausflügen, Jahrgängertreffen oder in ihrer Jasserrunde Zerstreuung unter vertrauten Menschen fand. Trost fand sie als gläubige Frau auch in der Religion. So war ihr der sonntägliche Messbesuch heilig und das Rosenkranzbeten half ihr, Sorgen zu überwinden. In einem Nachruf ihrer Familie hieß es: „An uns bleibt es, auf ihr Leben zurückzuschauen und ihr unsere große Dankbarkeit mit auf den Weg zu geben.“