Verkehrslawine auf der A 14 im Unterland

Vorarlberg / 18.03.2018 • 18:55 Uhr / 4 Minuten Lesezeit

Durchschnittlich über 70.000 Fahrzeuge sind täglich unterwegs.

SCHWARZACH „Wir haben im gesamten Verlauf der A 14 kein Leistungsfähigkeitsproblem“, betont Asfinag-Sprecher Alexander Holzedl auf eine entsprechende Anfrage. Wer das Gefühl hat, dass der Verkehr auf der Rheintalautobahn über die Jahre zugenommen hat, liegt trotzdem nicht falsch. Es ist wirklich so. Das zeigt eine Auswertung der Statistik, die die „Autobahnen- und Schnellstraßenfinanzierungsaktiengesellschaft“ (Asfinag) führt.

2017 wurden bei der Zählstelle Nr. 559 im Bereich Wolfurt und Lauterach in beiden Fahrtrichtungen zusammen durchschnittlich 62.047 Fahrzeuge pro Tag registriert. Wobei man diesen Wert noch weiter einengen kann, etwa auf die Entwicklung im Wochenverlauf. Ergebnis: An Sonn- und Feiertagen waren mit 58.545 Fahrzeugen erwartungsgemäß am wenigsten Fahrzeuge unterwegs, an Freitagen im Unterschied dazu am meisten; da handelte es sich im Schnitt um 73.289, darunter 5241 über dreieinhalb Tonnen, also kleinere und größere Lkw. 

Die Asfinag errichtet immer mehr Dauerzählstellen, wie Holzedl erläutert. Jene bei Wolfurt-Lauterach wurde erst 2016 installiert. Einige andere gibt es aber schon länger. Das ermöglicht es, eine etwas längerfristige Entwicklung des Verkehrsaufkommens auf der Transitroute durch das Land aufzuzeigen, vom Pfänder bis zum Arlberg. Ergebnis: Im Unterland ist es in den vergangenen fünf Jahren zu einer starken Zunahme gekommen.

Pfändertunneleffekt

Bedingt ist sie nicht zuletzt durch die Freigabe beider Pfändertunnelröhren im Sommer 2013; durch sie haben sich die Kapazitäten vergrößert. Fuhren 2012 im Schnitt 29.008 Fahrzeuge pro Tag durch den Bregenzer Hausberg, waren es im vergangenen Jahr 39.195, das ist eine Steigerungsrate von mehr als 35 Prozent.

Schon länger gibt es auch die Zählstelle auf dem A-14-Streckenabschnitt Dornbirn Süd–Hohenems. Dort ist das Verkehrsaufkommen von durchschnittlich 46.227 Kraftfahrzeugen im Jahr 2012 auf 55.595 im vergangenen Jahr gestiegen. Sprich: plus 20 Prozent. Im Großraum Dornbirn hätten zunächst Baustellen ein geringeres Aufkommen als üblich bewirkt, so Alexander Holzedl. Das verzerrt die Entwicklung. Schaut man etwas länger zurück, kommt man seinen Angaben zufolge auf eine Zunahme von 2,2 Prozent jährlich.

Je weiter man sich nun in Richtung Tirol bewegt, desto weniger stark hat der Verkehr zuletzt zugenommen. Aber auch dabei kommen Baumaßnahmen ins Spiel. Ihretwegen war bekanntlich der Arlbergtunnel längere Zeiten gesperrt. Zwischen Rankweil und Frastanz wurden 2012 insgesamt 29.064 Fahrzeuge gezählt; 2017 waren es mit 32.339 um elf Prozent mehr. Bei Bludenz gab es eine Zunahme von sieben Prozent auf 25.860 und im Dalaaser Tunnel von vier Prozent auf 12.241.

Die Entwicklungen im Unterland sind nicht außergewöhnlich, wie man feststellt, wenn man über die Grenzen blickt. „Grundsätzlich ist zwar festzuhalten, dass ein Vergleich mit anderen Regionen nur schwer möglich ist, in den vergangenen Jahren ist durch die wirtschaftliche Erholung und das veränderte Mobilitätsverhalten aber österreichweit eine Zunahme des Verkehrs zu beobachten“, resümiert Holzedl. JOH